In Mexiko hat ein Richter die Stierkämpfe in der größten Stierkampfarena der Welt auf unbestimmte Zeit gestoppt. Der Richter gab am Freitag einer Klage der Organisation Justicia Justa statt, die gegen die jahrhundertealte Tradition in der Hauptstadt Mexiko-Stadt geklagt hatte.

Ende Mai hatte der Richter die Stierkämpfe in der Plaza de Toros bereits vorläufig ausgesetzt. Es war das erste Mal, dass ein Gericht in Mexiko einen Stierkampf untersagte, nachdem Tierschützer zuvor jahrelang vergeblich für ein Verbot gekämpft hatten. Die Veranstalter der Stierkämpfe kündigen Berufung gegen die Gerichtsentscheidung an, um die „mexikanischen Bräuche und Traditionen“ zu erhalten.

Mexiko gilt als eine Hochburg des Stierkampfes. Die Tradition und die 50.000 Zuschauer fassende Plaza de Toros stehen allerdings nicht nur wegen der Gerichtsentscheidung vor einer ungewissen Zukunft: Im Dezember brachte die Tierschutzkommission des Stadtparlaments von Mexiko-Stadt ein Gesetz zum Verbot des Stierkampfes in der Hauptstadt ein. Die Abgeordneten müssen darüber noch abstimmen. Bisher haben nur eine Handvoll der 32 Bundesstaaten Mexikos Stierkämpfe verboten, die von den Spaniern im 16. Jahrhundert nach Mexiko gebracht wurden.