Michael Müller während der Plenarsitzung.
Foto: DAVIDS/Sven Darmer

BerlinDer Regierende Bürgermeister Michael Müller hat klargestellt, dass Hilfe der Bundeswehr in der Corona-Pandemie in der Hauptstadt willkommen ist. „Wenn wir weiterhin Kräfte einsetzen können zur Nachverfolgung zum Beispiel der Infektionsketten (...), dann würde ich mich weiterhin über die Unterstützung sehr freuen“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Er sei dankbar, wenn die Truppe in Berlin weiterhelfe, wie auch in anderen Bundesländern. „Und das ist kein Kampfeinsatz im Inneren oder sonstiger Einsatz im Inneren.“

Zuvor hatten Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (beide CDU) die Weigerung des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg kritisiert, Hilfe der Bundeswehr zur Nachverfolgung von Kontakten bei Corona-Infizierten anzunehmen. In elf der zwölf Berliner Bezirke kommen bereits 60 Soldaten zum Einsatz, die bei der oft telefonischen Nachverfolgung der Kontakte von Infizierten oder in Teams für Tests eingesetzt werden. Anfang der Woche seien 180 weitere Soldatinnen und Soldaten dazukommen, sagte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD).

Müller und Kalayci gingen im Parlament nicht direkt auf das Vorgehen des Bezirkes Friedrichshain-Kreuzberg ein. Sie verwiesen aber darauf, dass Berlin in der Corona-Pandemie schon viel Unterstützung von der Bundeswehr bekommen habe. Das betreffe etwa den Aufbau eines Notfallkrankenhauses, die Beschaffung von Schutzkleidung, den Betrieb von Teststellen oder Lagerkapazitäten. „Ich werde es an jeder Stelle deutlich machen, dass wir die Hilfe auch weiterhin sehr gerne annehmen“, so Müller.