Berlin -  Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller hat vor dem Hintergrund der anhaltenden Corona-Pandemie alle Impfberechtigten aufgefordert, die Möglichkeit für den Impfschutz zu nutzen. Er bitte wirklich alle, ihre Impfzurückhaltung aufzugeben. „Der Impfstoff ist da, wir haben Termine. Bitte nehmen Sie dieses Angebot auch an. Es schützt und hilft, es rettet Leben“, sagte Müller am Donnerstagabend nach einer Sondersitzung des Senats. Auch die Skepsis gegenüber dem Astrazeneca-Impfstoff sei nicht gerechtfertigt. Im Impfzentrum in Tegel gebe es freie Termine für die nächsten Tage, betonte Müller. „Die Organisation in Berlin steht.“

Wann alle Berlinerinnen und Berliner geimpft werden könnten, hänge allerdings davon ab, wann Impfstoff in ausreichender großer Menge zur Verfügung stehe. Müller kritisierte, die Aussagen der Hersteller in den Lieferplänen seien nicht immer verlässlich. „Wir hatten in der letzten Woche wieder eine Zusage für eine Impfstofflieferung, die dann nur verzögert eingetroffen ist.“

Müller kritisiert Jens Spahn

Müller kritisierte, dass bislang die niedergelassenen Ärzte noch keine Corona-Impfungen übernehmen dürften. „Und dafür ist der Bundesgesundheitsminister verantwortlich, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu verabreden. Das ist jetzt in einem MPK-Beschluss festgehalten, dass das im März umgesetzt wird“, sagte Müller. „Aber es ist jetzt auch höchste Eisenbahn, muss ich mal sagen. Dass wir die Ärzte brauchen, stand schon länger fest“, so der Regierende Bürgermeister. „Und ich kann auch nicht verstehen, warum man da immer argumentiert, ein Arzt kann in seiner Praxis erst ans Netz, wenn er auch noch für den letzten Patienten den Impfstoff im Kühlschrank hat.“

Die Kassenärztliche Vereinigung Berlin hatte am Donnerstag angekündigt, dass die ersten von 100 Berliner Modellpraxen ab der kommenden Woche Corona-Impfungen anbieten sollen. Kassenärztliche Vereinigungen sind Selbstverwaltungskörperschaften jener Ärzte, die Versicherte der gesetzlichen Krankenkassen behandeln.