Berlin - Die Corona-Pandemie sorgt auch im Zoo und im Tierpark in Berlin für ein deutliches Minus: „Uns fehlt die Hälfte der Umsätze. Nach vorläufigen Schätzungen rechnen wir für 2020 mit einem Verlust von etwa zwölf Millionen Euro“, sagte Sprecherin Philine Hachmeister der Deutschen Presse-Agentur. Gleichzeitig sei aber die Spendenbereitschaft sehr hoch. Von Dezember 2020 bis Ende Januar 2021 nahmen Zoo und Tierpark demnach rund 900.000 Euro aus Spenden und Patenschaften ein. Im Vorjahreszeitraum waren es rund 450.000 Euro – knapp die Hälfte. „Diese Spendenbereitschaft hat uns mehr als überwältigt“, so Hachmeister.

„Anfang Dezember 2020 haben wir einen Spendenaufruf gestartet. Dadurch wurden vom 8. Dezember bis zum 8. Januar im Zoo 670 Patenschaften neu abgeschlossen, im Tierpark waren es 265“, so Hachmeister. Insgesamt bestehen demnach derzeit mehr als 2000 aktive Patenschaften für einen Teil der insgesamt rund 30.000 Tiere.

„Uns fehlten in den vergangenen Monaten täglich zwischen 20.000 und 100.000 Euro an Einnahmen“, erläutert die Sprecherin. Die laufenden Kosten für Zoo, Aquarium und Tierpark liegen ihren Angaben zufolge bei 140.000 Euro täglich.

Täglich 140.000 Euro an laufenden Kosten

Zum teilweisen Ausgleich des Defizits habe das Land Berlin die Förderung für den Tierpark für 2020 von rund 6,8 Millionen Euro um 664.000 Euro erhöht. Weil der Zoo sich seit 2012 selbst finanzieren kann, bekommt er keine Förderung vom Land Berlin mehr. Allerdings habe der Zoo im Rahmen der Corona-Novemberhilfe beim Bund rund 700.000 Euro beantragt. Davon seien bislang 50.000 Euro eingegangen.

Wie sich die Besucherzahlen genau entwickelt haben, müsse noch ausgewertet werden, so die Sprecherin. Deutlich spürbar sei aber vor allem im Zoo, dass die Touristen ausbleiben, die normalerweise einen Großteil der Besucher ausmachten.

„Selbstverständlich versuchen auch wir, bestmöglich zu sparen, wenn das in einem Zoo natürlich auch nicht in allen Bereichen möglich ist“, so Hachmeister. So werde versucht, alle aufschiebbaren Investitionen und Instandhaltungen zu verschieben und sämtliche Ausgaben auf das Notwendigste zu beschränken.

Zoo und Tierpark gehören laut der Sprecherin zu deutschlandweit nur wenigen Einrichtungen, die während des zweiten Lockdowns geöffnet bleiben dürfen. „Die Tierhäuser sowie das Aquarium Berlin haben jedoch seit dem 2. November 2020 wieder geschlossen“, so Hachmeister. Dabei seien gerade diese in der kalten Jahreszeit gefragt.