Erdbeben in Indonesien: Mehr als 160 Tote und 320 Verletzte

In der Nähe der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat die Erde gebebt. Zahlreiche Menschen wurden von Trümmern erschlagen, Hunderte Häuser sind zerstört.

Verletzte Menschen werden nach dem Erdbeben medizinisch versorgt. 
Verletzte Menschen werden nach dem Erdbeben medizinisch versorgt. AP/Firman Taqur

Auf den Straßen liegen Trümmerteile, Erdrutsche erschweren die Bergungsarbeiten, vor den Krankenhäusern warten Dutzende Verletzte auf der Straße: Ein Erdbeben hat am Montagmittag (Ortszeit) auf der indonesischen Hauptinsel Java Zerstörung hinterlassen. Die Zahl der Toten ist mittlerweile auf mehr als 160 Menschen gestiegen. 326 Menschen wurden verletzt.

„Ich muss leider mitteilen, dass 162 Menschen tot sind“, sagte der Gouverneur der Provinz Westjava, Ridwan Kamil, am Montag in einem Video. Ein Sprecher der Stadtverwaltung der besonders stark betroffenen Stadt Cianjur bestätigte die Angaben.

Die indonesische Katastrophenschutzbehörde sprach zunächst weiterhin von 62 Todesopfern. Aufgrund von Fehlern bei der Zählung hatte es auch nach der Stadionkatastrophe in Malang im Osten Indonesiens im Oktober starke Abweichungen bei den offiziellen Opferzahlen gegeben.

Zahl der Verletzten nach unten korrigiert

Die Zahl der Verletzten wurde Angaben der Behörde zufolge nach unten auf 326 korrigiert. Zuvor befürchtete man etwa 700 Verletzte. Die meisten hätten „Knochenbrüche erlitten, weil sie in den Trümmern zerquetscht wurden“, sagte Kamil. Nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde wurden zunächst noch 25 Menschen in den Trümmern vermisst.

„Die Zahlen steigen“, sagte der Gemeindechef der Stadt Cianjur, Herman Suherman, einem örtlichen Fernsehsender. Einige Gebiete seien aufgrund von Erdrutschen noch nicht erreichbar. Viele Verletzte könnten zudem nicht behandelt werden, da nicht ausreichend Personal zur Verfügung stehe, sagte er weiter. Auf Livebildern des Senders Metro TV waren Dutzende Menschen zu sehen, die auf einem Parkplatz vor einem Krankenhaus in Cianjur ausharrten und nur notdürftig versorgt werden konnten.

Videos zeigen Schäden und Trümmer

„Hunderte, vielleicht sogar Tausende Häuser wurden zerstört“, sagte der Sprecher der Stadtverwaltung der am stärksten betroffenen Stadt Cianjur. Das Erdbeben erreichte aktuellen Berichten zufolge eine Stärke von 5,6. Einige Gebiete seien wegen Erdrutschen nicht erreichbar. 

Auf Videos in sozialen Netzwerken waren zusammengestürzte Gebäude und weinende Menschen zu sehen. Überall lagen Trümmer auf den Straßen. Mehr als 1700 Gebäude seien beschädigt oder zerstört worden, so der Sprecher des Nationalen Katastrophenschutzes. 

Das Beben ereignete sich am Montagmittag (Ortszeit) in der Nähe der Hauptstadt Jakarta auf der Insel Java. Das Epizentrum befand sich einige Kilometer südwestlich der Stadt Cianjur. Hier gab es auch die größten Schäden.

Erdbeben: Hochhäuser schwanken, Menschen rennen panisch ins Freie

Auch in Jakarta selbst war das Beben deutlich zu spüren. Menschen rannten in Panik ins Freie. Hochhäuser schwankten, jedoch wurden in der Metropole keine schwereren Schäden gemeldet. Laut US-Erdbebenwarte (USGS) fand das Beben in einer Tiefe von zehn Kilometern statt. Eine Tsunami-Warnung gab es nicht. Meteorologie-Behörden warnten aber vor Nachbeben. Menschen sollten sicherheitshalber vorerst im Freien bleiben.

Der Inselstaat Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Dort kommt es häufig zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen.