Berlin/Saarbrücken - Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat den früheren Verfassungsschutzpräsidenten Hans-Georg Maaßen zum Parteiaustritt aufgefordert. „Die Ausreißer von Hans-Georg Maaßen reihen sich mittlerweile wie die Perlen an einer Kette. Jetzt hat er aber endgültig das Fass zum Überlaufen gebracht“, sagte Hans dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Wenn Maaßen nicht selbst gehe, müsse ein Parteiausschlussverfahren in Erwägung gezogen werden. Zuvor hatte CDU-Vorstandsmitglied Karin Prien den Parteiausschluss gefordert

Hans verwies auf Äußerungen Maaßens zu angeblich schädlichen Impfwirkungen und dass dieser sich dabei auf den umstrittenen Forscher Sucharit Bhakdi berufen habe. Dieser sei „nicht nur ein übler Verschwörungstheoretiker, er ist auch ein lupenreiner Antisemit, wenn er die Situation in Israel vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie für schlimmer hält als Deutschland in der NS-Zeit “, so Hans laut RND.

„Dass Herr Maaßen sich so jemanden zum Kronzeugen nimmt, wirft einen dunklen Schatten auf ihn selbst zurück“, sagte Hans. „Antisemitismus hat keinen Platz in der Union – hier wurde eine rote Linie überschritten.“

Thüringer CDU-Chef will Maaßen zum Gespräch bitten

Am Mittwoch hatte sich bereits der thüringische CDU-Landesverband von Maaßens Äußerungen distanziert. Der Landesvorsitzende Christian Hirte kündigte an, den früheren Bundestagskandidaten in Südthüringen zum Gespräch zu bitten. Auch der Sozialflügel der CDU wandte sich gegen Maaßen, der sein Vorgehen wiederum in einem Brief an andere Parteimitglieder verteidigte. Darin berichtete der ehemalige Verfassungsschutzchef von Impfschäden, die er als Kind erlitten habe

Maaßen machte klar, dass er nicht generell gegen Impfungen sei. Er habe sich immer wieder impfen lassen, aber nur mit Impfstoffen, die er gut vertragen habe. Die Aussage von Politikern, eine Impfung sei nur ein Piks, halte er jedoch für leichtfertig. Maaßen kündigte zudem Widerstand gegen alle Versuche an, ihn aus der CDU auszuschließen.