KölnIm Zusammenhang mit dem Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach hat das Kölner Landgericht am Donnerstag einen Angeklagten zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Nach Überzeugung der Kammer hatte er ein sechsjähriges Mädchen sexuell missbraucht. Ferner befand das Gericht ihn des Verbreitens und des Besitzes von Kinderpornografie für schuldig.

Laut Urteil hatte der Mann im Frühjahr 2017 die Stieftochter seines Cousins unter der Dusche in seiner Wohnung sexuell missbraucht. Dass dem 33-Jährigen diese Tat überhaupt nachgewiesen werden konnte, „das haben Sie sich selbst zuzuschreiben“, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte hatte in einer Chatgruppe von Pädosexuellen mit dem Missbrauch geprahlt. Im Prozess hatte der Mann diesen Anklagepunkt bestritten.

Von dem Vorwurf, zwei elfjährige Mädchen über einen Chat zum Austausch von Nacktbildern aufgefordert zu haben, wurde der Dachdecker freigesprochen, weil ihm dies nicht nachgewiesen werden konnte.

Bei dem Verfahren handelte es sich um den zweiten Prozess vor dem Kölner Landgericht im sogenannten Missbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Anfang Oktober war bereits ein 43-Jähriger wegen sexuellen Missbrauchs seiner Tochter zu zwölf Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden. Eine Hausdurchsuchung bei ihm hatte Ende Oktober 2019 die Ermittlungen zu dem Missbrauchskomplex ins Rollen gebracht. Seither wird bundesweit gegen Tausende Verdächtige ermittelt. Die Handydaten des 43-Jährigen führten die Ermittler auch auf die Spur des nun verurteilten 33-jährigen Deutschen.