Queen Elizabeth II. wird nicht am Dankgottesdienst zu ihren Ehren an diesem Freitag teilnehmen. Die 96 Jahre alte Königin habe während der Feierlichkeiten „einige Beschwerden“ verspürt und werde die Zeremonie in der Kathedrale St. Paul's „mit großem Widerwillen“ verpassen, teilte der Buckingham-Palast am Donnerstagabend mit. Die für Donnerstagabend geplante Zeremonie in Windsor, bei der die Queen ein Leuchtfeuer anzünden sollte, werde sie jedoch weiterhin wahrnehmen, hieß es.

Die Monarchin hatte sich am Donnerstag zwei Mal auf dem Balkon ihres Londoner Stadtschlosses Buckingham-Palast gezeigt. Dabei war sie lächelnd und offensichtlich guter Laune zu sehen. Allerdings leidet die Queen seit Monaten unter Mobilitätsproblemen und hat wiederholt wichtige Veranstaltungen abgesagt.

Ebenfalls nicht am Gottesdienst teilnehmen wird der zweitälteste Queen-Sohn Prinz Andrew. Der 62-Jährige hat sich mit Corona infiziert, wie der Palast mitteilte. Er hat sich wegen der Verwicklung in einen Skandal um sexuellen Missbrauch bereits vor Jahren weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen.

Harry und Meghan nutzen das Thronjubiläum für diskrete Rückkehr

Nahezu unsichtbar blieben bei der Militärparade „Trooping the Colour“ am Donnerstag der britische Prinz Harry und seine Frau Meghan. Ihnen war ein Platz in der ersten Reihe verwehrt. Als „nicht aktive“ Mitglieder des Königshauses verfolgten sie die Ereignisse von einem nahegelegenen Gebäude aus - und nicht wie andere Royals an der Seite der Queen auf dem Balkon des Buckingham-Palasts.

Die Boulevard-Blätter verschafften sich Bilder von Meghan, auf denen sie ein dunkles Kleid und einen breiten weißen Hut trug. Sie lächelte Kindern zu und machte ihnen Zeichen, dass sie schweigen sollten. Außerdem sprach sie mit Harry, dessen dunkler Anzug sich von der traditionellen Militäruniform seines Vaters Prinz Carles und seines älteren Bruders William in der Parade abhob.

Harry und Meghan werden am Freitagmorgen zum Dankgottesdienst in Saint-Paul erwartet. Dort werden sie auch mit den anderen Mitgliedern der Familie zusammentreffen, zu denen die Beziehungen sehr angespannt sind.

Der 37-jährige Sohn von Prinz Charles ist seit der Abwendung vom Königshaus mehrfach nach Großbritannien gekommen. Er nahm an der Beisetzung des Manns der Königin, Philip, im April 2021 und an der Enthüllung einer Statue zu Ehren seiner Mutter Diana teil. Ferner kam er zu den Invictus-Spielen in den Niederlanden in den Niederlanden, einen Sportwettbewerb für Kriegsverletzte.

An der Beisetzung von Prinz Philip nahm Meghan nicht teil, weil sie im siebten Monat schwanger war. Die Tochter Lilibet erhielt ihren Namen zu Ehren der Queen. Sie wird am Samstag ein Jahr alt.

Harry und Meghan von königlicher Eskorte begleitet

Harry und Meghan erklärten, dass sie sich in Großbritannien nicht sicher fühlen. Einen Sonderschutz der Polizei wurde abgelehnt, wogegen sie juristisch vorgehen. Nach Informationen der Boulevardzeitung The Sun wurden Harry und Meghan, die am Mittwoch mit einem Privatjet eingetroffen waren, auf ihrem Weg von einer königlichen Eskorte begleitet. Die Zeitung interpretierte dies als Zeichen der Annäherung.

Die Beziehungen zwischen Harry und Meghan und dem Königshaus sind seit Jahren angespannt. Ein neuer Tiefpunkt wurde erreicht, als Harry und Meghan sich im US-Fernsehen der Talkmasterin Ophra Winfrey anvertrauten. Meghan Markle sagte bei der Gelegenheit, sie habe trotz Suizid-Gedanken niemals Unterstützung erhalten.

In Großbritannien sind die Beliebtheitswerte des Paares zuletzt deutlich gesunken. In einer aktuellen Umfrage des Instituts YouGov äußerten 63 Prozent der Befragten eine negative Meinung über Meghan, für Harry lag der Wert bei 58 Prozent.

Dennoch gibt auch Anzeichen dafür, dass das Paar in Großbritannien präsent bleiben will. Harry und Meghan haben nach Informationen der Daily Mail einen Mietvertrag für das Frogmore-Landhaus verlängert, in dem sie vor ihrer Abreise gewohnt hatten.