Los Angeles - Bei den Dreharbeiten für einen Western hat der Hauptdarsteller und Ko-Produzent Alec Baldwin eine Kamerafrau erschossen. Den Regisseur und Drehbuchautor habe der Schauspieler zudem schwer verletzt. Halyna Hutchins und Joel Souza „wurden angeschossen und verwundet, als Alec Baldwin eine Schusswaffe abfeuerte, die bei den Dreharbeiten zu dem Film ‚Rust‘ verwendet wurde“, erklärte die Polizei der Stadt Santa Fe im Bundesstaat New Mexico in der Nacht zum Freitag.

Die 42-jährige Hutchins wurde demnach ins Krankenhaus geflogen, erlag jedoch ihren Verletzungen. Der 48-jährige Souza, dessen Alter zunächst mit 42 Jahren angegeben worden war, sei im Rettungswagen zu einem anderen Krankenhaus gebracht worden. Er werde dort auf der Intensivstation behandelt. The Hollywood Reporter berichtete unter Verweis auf Polizeiangaben, er schwebe in Lebensgefahr.

Die Zeitung The Hollywood Reporter zitierte zudem einen Sprecher der Produktionsfirma, wonach es sich um einen Unfall gehandelt habe. Die Requisitenwaffe, die am Set verwendet wurde, hätte demnach mit Platzpatronen geladen sein sollen. Die Ermittlungen wurden am Donnerstagabend mit der Befragung von Zeugen fortgesetzt. Nach Angaben der Polizei wurde zunächst keine strafrechtliche Untersuchung angeordnet.

1993: Sohn von Bruce Lee bei Dreharbeiten zu „The Crow“ erschossen

Einen ähnlichen Vorfall hatte es 1993 gegeben: Damals starb der Schauspieler Brandon Lee, Sohn des Kampfsportstars Bruce Lee, am Set des Films „The Crow“ durch einen Bauchschuss. Die Autopsie ergab, dass Lee von einer Kugel scharfer Munition getroffen worden war, die im Lauf der Waffe stecken geblieben war und sich durch die Detonation einer Platzpatrone gelöst hatte. Der mit den Ermittlungen beauftragte Staatsanwalt beschied auf Fahrlässigkeit.

Baldwin ist als Ko-Produzent und Hauptdarsteller an den Dreharbeiten für „Rust“ beteiligt. In dem Western verkörpert er Harland Rust, einen Gesetzlosen, der mit seinem wegen Mordes zum Tode verurteilten Enkel vor dem Gesetz flieht.

Der 63-Jährige ist unter anderem für seine Hauptrolle in der Literaturverfilmung „Jagd auf Roter Oktober“ von 1990 und Auftritte in der Filmreihe „Mission: Impossible“ bekannt. Während der Amtszeit von Donald Trump imitierte er den mittlerweile Ex-US-Präsidenten regelmäßig in der Sendung „Saturday Night Live“.