Tag der Deutschen Einheit: Spitzen-Politiker werben für Zusammenhalt

Beim Bürgerfest zum Tag der Deutschen Einheit in Erfurt ging es den anwesenden Spitzenpolitikern um Zusammenhalt, Respekt und Toleranz.

(v.r.n.l.) Verfassungsrichter Stephan Harbarth und die Politiker Olaf Scholz, Frank-Walther Steinmeier, Bärbel Bas und Bodo Ramelow beim offiziellen Festakt vor dem Erfurter Mariendom.
(v.r.n.l.) Verfassungsrichter Stephan Harbarth und die Politiker Olaf Scholz, Frank-Walther Steinmeier, Bärbel Bas und Bodo Ramelow beim offiziellen Festakt vor dem Erfurter Mariendom.imago/Michael Kremer

Anlässlich des 32. Tags der Deutschen Einheit haben mehrere Spitzenpolitiker für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt in Krisenzeiten geworben. „Ich bin sehr froh, dass die Deutsche Einheit uns heute hier zusammenführt in Erfurt. Das ist ein gutes, ein wichtiges Zeichen zur richtigen Zeit. Im Übrigen zeigt es, dass wir weitere Aufgaben vor uns haben“, sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Rande der zentralen Feierlichkeiten in der Thüringer Landeshauptstadt.

Das Bürgerfest zum Nationalfeiertag findet traditionsgemäß immer in dem Bundesland statt, das in diesem Jahr den Vorsitz im Bundesrat inne hat. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hatte das dreitätige Fest bereits am Sonnabend eröffnet. Bei dem offiziellen Festakt am Montag warb der Linken-Politiker für ein Miteinander der Deutschen auf Augenhöhe und eine Einheit in Vielfalt. Gräben könne man nur schließen, so der Bundesratspräsident, wenn man sie sich auch bewusst mache. Höhepunkt der diesjährigen Feierlichkeiten ist der Staatsakt im Erfurter Dom.

Das Bürgerfest unter dem Motto „Zusammen wachsen“ auf dem Erfurter Domplatz.
Das Bürgerfest unter dem Motto „Zusammen wachsen“ auf dem Erfurter Domplatz.imago/Michael Kremer

Bärbel Bas für „weniger Vorurteile und mehr Empathie“

Die Demokratie in Deutschland sei stark, betonte auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD), die in diesem Jahr die Festrede hielt. „Diese Stärke kann sie aber nur entfalten, wenn wir zusammenstehen.“ Mit Blick auf die Wendezeit mahnte Bas: „Wir sollten uns an den Mut und den Zusammenhalt jener Tage erinnern.“ Diese hätten gezeigt, wie viel auch Zeiten großer Unsicherheit, bewirkt werden könne. „Das Wichtigste in diesen Zeiten war – und bleibt: Wir halten zusammen“, fügte die SPD-Politikerin hinzu. „Kommen wir zusammen! Sehen wir, was uns verbindet! Und lernen wir voneinander!“

Dabei lebe die Demokratie allerdings auch vom Streit. Miteinander zu reden sei notwendig, gerade auch über Reizthemen wie Impfpflicht oder Waffenlieferungen. Ziel müsse dabei aber stets die Suche nach gemeinsamen Lösungen sein. Dafür wünsche sich Bas „weniger Wut und mehr Respekt, weniger Rechthaberei und mehr Neugier, weniger Vorurteile und mehr Empathie“.