Boston/Zürich - Der Geschäftsführer des US-amerikanischen Impfstoff-Herstellers Moderna geht laut einem Medienbericht davon aus, dass sich Menschen regelmäßig gegen das Coronavirus impfen lassen müssen. CEO Stéphane Bancel sprach davon, dass der Corona-Impfstoff dann zeitnah zusammen mit der jährlichen Grippeimpfung verabreicht werden könnte. 

In einem Interview mit der Schweizer Tageszeitung Blick behauptete Bancel: „Das Virus wird nie wieder verschwinden, es wird immer wieder Impfbooster brauchen. Doch wie gesagt: Dank der neuen Technologie kann man mit einer Dosis alle anderen Impfungen auch gleich auffrischen, etwa die gegen die Grippe. Es werden also auch weniger Leute an der Grippe erkranken.“

Der 49-Jährige hatte es während der Corona-Pandemie in nur wenigen Monaten mit der neuen mRNA-Technologie vom Start-up-Unternehmer zum Multimilliardär geschafft. Wäre die Pandemie drei Jahre vorher ausgebrochen, wären Wissenschaft und Technik laut Bancel noch nicht bereit gewesen. Die Gründe dafür nannte er nicht, brachte dafür lediglich seine Firma ins Spiel: „Weil wir unseren ersten Produktionsstandort erst im Juli 2018 eröffnet hatten. Vor Covid produzierten wir neun andere Impfstoffe und verbesserten die Technologie laufend.“ 

Eine Injektion soll Covid-, Grippe- und weitere Impfungen verbinden

Auf die Frage, ob die Menschen nun auf ewig jedes Jahr eine Covid-Impfung bräuchten, antwortete der Moderna-Chef: „Vermutlich schon. Aber das Revolutionäre an der mRNA-Technologie ist: Mit einer einzigen Injektion kann man Covid-, Grippe- und weitere Impfungen verbinden. Man bekommt einen Stich und ist gegen mehrere Viren geimpft!“ 

Die Gefahr, die von dem Coronavirus ausgeht, schätzt er wie folgt ein: „Es kann sein, dass es noch ansteckender wird, aber weniger tödlich. Ein Virus will nicht, dass sein Träger an ihm stirbt, weil es sonst mit dem Träger stirbt.“