Cambridge - Das amerikanische Pharma-Unternehmen Moderna testet laut Medienberichten den ersten mRNA-Impfstoff gegen Grippe. Wie das Unternehmen mitteilte, habe der erste Proband in den USA einen tetravalenten mRNA-Impfstoff gegen Influenza erhalten. Zuerst hatte die Pharmazeutische Zeitung über die neuen klinischen Tests berichtet.

Der erste Proband habe in der nun gestarteten Phase-I/II-Studie eine Dosis des Kandidaten erhalten, meldet Moderna. Die Dosisfindungsstudie soll die Reaktogenität, Sicherheit und Immunogenität des Impfstoffs untersuchen. Hierzu sollen in den USA etwa 180 gesunde Erwachsene rekrutiert werden. Das Unternehmen wolle dann noch weitere mRNA-Grippeimpfstoffe entwickeln, hieß es.

Klassische Grippe-Impfungen nur zu 40 bis 60 Prozent wirksam

Moderna will mithilfe der mRNA-basierten Technologie die Nachteile der klassischen Grippeimpfstoffe aufheben, denn übliche Grippe-Vakzine würden nur zu 40 bis 60 Prozent wirksam sein. Im Vergleich zu den herkömmlichen Influenza-Impfstoffen seien die mRNA-Impfstoffe schneller zu produzieren.

Die Zusammensetzung bisheriger Grippe-Vakzine müsse laut Hersteller sechs bis neun Monate vor Impfstart feststehen, da die Produktion der Antigene in Hühnereiern einen langen Vorlauf benötigen. Ausnahmen seien Flucelvax Tetra (von Seqirus) aus Zellkultur und Supemtek (von Sanofi), der rekombinant hergestellt wird.

Vision von Moderna: Neuer Atemwegsimpfstoff für Erwachsene

Moderna würde sich zudem damit beschäftigen, einen Kombinationsimpfstoff gegen mehrere Atemwegserkrankungen herzustellen. „Modernas Vision ist es, zukünftig einen Atemwegsimpfstoff für die erwachsene und ältere Bevölkerung zu entwickeln, der die saisonale Grippe, einen Booster gegen Sars-CoV-2-Varianten und das Respiratorische Synzytial-Virus (RSV) kombiniert“, heißt es in der Mitteilung.

„Respiratorische Kombinationsimpfstoffe sind eine wichtige Säule unserer gesamten mRNA-Impfstoffstrategie“, sagte Stéphane Bancel, Chief Executive Officer von Moderna. Die neue Form der umstrittenen Impfstoffe hätte laut Hersteller die Möglichkeit, verschiedene Antigene zu kombinieren, um gegen mehrere Viren zu schützen. Außerdem könne man damit schnell auf die Evolution von Atemwegsviren reagieren.