PalermoDie Voranhörung zu einem möglichen Prozess gegen den früheren italienischen Innenminister Matteo Salvini wegen Freiheitsberaubung und Amtsmissbrauch ist verschoben worden. Das zuständige Gericht in Sizilien setzte den neuen Termin für den 20. März an, wie italienische Medien berichteten und Salvini bestätigte. Die Verschiebung wurde unter anderem mit der Übersetzung wichtiger Dokumente ins Italienische begründet.

Salvini, der der Partei Lega vorsteht, wird vorgeworfen, im August 2019 als Innenminister ein Schiff von Seenotrettern vor der Ankunft auf der italienischen Insel Lampedusa blockiert zu haben. Laut der Organisation Open Arms waren an Bord des gleichnamigen Schiffes rund 160 Personen. Das Schiff wartete eine Woche vor der Insel und fand erst nach  insgesamt 21 Tagen einen Hafen zum Anlaufen.

Open Arms zeigte sich trotz der Verschiebung zufrieden, „dass ein erster Schritt zur Feststellung der Wahrheit unternommen wurde“. Salvini führte als Argument gegen die Anschuldigungen an, dass es damals auf dem Boot keine Verletzten oder Tote gegeben habe und von dem Schiff Gefahr ausgegangen sei. Gegen ihn läuft ein weiterer Prozess auf Sizilien. In der Stadt Catania war er bereits wegen der gleichen Vorwürfe wie in dem anderen Fall vor Gericht zu einer Voranhörung erschienen. Dort ging es um das Seenotretter-Schiff Gregoretti.