Madrid - Bei einem Bootsunglück vor den Kanarischen Inseln sind möglicherweise Dutzende Migranten gestorben. Die spanische Küstenwache rettete am Donnerstag eine Frau, die neben den leblosen Körpern zweier weiterer Menschen auf einem umgekippten Schlauchboot im Meer trieb. Ein Sprecher der Küstenwache sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Frau habe von insgesamt rund 40 Reisegefährten gesprochen, die wahrscheinlich tot seien.

Die Frau befand sich den Angaben zufolge in einem „schlechten Zustand“. Sie sei bei sehr schlechten Wetterbedingungen mit einem Hubschrauber aus dem Wasser geholt und in ein Krankenhaus in Las Palmas auf Gran Canaria gebracht worden.

Zahl der eintreffenden Migranten auf den Kanaren seit 2019 stark gestiegen

Auf den Kanaren, die rund hundert Kilometer vor der Nordwestküste Afrikas im Atlantik liegen, ist die Zahl der eintreffenden Migranten seit Ende 2019 stark gestiegen, was vor allem auf verstärkte Kontrollen im Mittelmeer zurückgeführt wird. Die Überfahrt von Marokko ist allerdings extrem gefährlich, weil es starke Strömungen gibt.

In den ersten sieben Monaten dieses Jahres kamen 7531 Migranten auf den Kanarischen Inseln an, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. 2020 waren bereits die meisten Ankünfte seit der Migrationskrise 2006 verzeichnet worden. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration starben vergangenes Jahr 1850 Migranten auf dem Seeweg zu den Kanarischen Inseln oder werden seit ihrer versuchten Überfahrt vermisst.