Berlin - Sechs Monate nach der Cyberattacke auf die Technische Universität Berlin (TU) hat die Universität noch mit den Folgen zu kämpfen. Der Hackerangriff auf zentrale Systeme führt weiterhin zu erheblichen Verzögerungen. Wie der RBB berichtete, haben viele Studienanfänger noch keine Immatrikulationsbescheinigung erhalten. 

„Es sind viele Studierende noch nicht immatrikuliert. Dementsprechend haben viele noch keine Zugänge zu verschiedenen Portalen und man muss sich mit Gastzugängen anmelden“, so eine Studentin gegenüber dem RBB. Auch der Allgemeine Studierendenausschuss bestätigt dies. Studierende seien die Leidtragenden nach dem Hackerangriff: „Beim Bewerbungsverfahren kam es zu Verzögerungen, wodurch auch die Zusagen später rausgingen. Viele zukünftige Studierende haben noch keine Immatrikulation.“ TU-Sprecherin Stefanie Terp räumt auf Nachfrage des RBB ein, dass es bei den Einschreibungen zu Verzögerungen kommt.

Technische Universität setzte IT-Notfallstab ein

Besonders für Studienanfänger ist die Lage schwierig: Bei Bewerbungen auf ein Zimmer im Studentenwohnheim ist eine Immatrikulationsbescheinigung nötig. Zudem suchen nun viele Studenten eine Bleibe, da der Präsenzunterricht an Universitäten in diesem Wintersemester wieder beginnt. 

Hinter dem Angriff soll die russische Hackerbande „Conti“ stecken. Sie griff im April das zentrale Verzeichnis der TU an. Teilweise sollen persönliche Daten der Studenten ins Darknet geflossen sein. Die von der TU Berlin eingerichtete „Diensteampel“ dient dem Überblick über die verfügbaren IT-Dienste der Universität. 

Bei der Ursachenforschung ist man inzwischen ein großes Stück weiter gekommen, wie die TU-Sprecherin betont. Gleich nach dem Angriff sei ein IT-Notfallstab eingesetzt worden. „Zu beidem sind nach jetzigem Stand der Dinge die wesentlichen Aspekte geklärt. Die Arbeiten sind diesbezüglich abgeschlossen“, so die TU-Sprecherin. Es habe verschiedene Anpassungen an der Systemlandschaft gegeben, „die die IT-Sicherheit verbessert haben“.