Paris - Knapp zwei Monate nach dem brutalen Mord an dem Lehrer Samuel Paty nahe Paris sind in Frankreich fünf weitere Verdächtige in Gewahrsam genommen worden. Sie sollen mit dem Angreifer in telefonischem Kontakt gestanden haben und wie er tschetschenischer Herkunft sein, berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf mit dem Fall vertraute Quellen. Die Verdächtigen seien zwischen 18 und 21 Jahren alt. In diesem Fall ermittelt die Justiz bereits gegen 14 Menschen – darunter auch Minderjährige.

Der Lehrer Paty war Mitte Oktober von einem 18 Jahre alten Angreifer nahe Paris ermordet worden. Das von Ermittlern als islamistisch motivierter Terrorakt eingestufte Verbrechen löste im ganzen Land Entsetzen aus. Paty hatte das Thema Meinungsfreiheit gelehrt und dabei Karikaturen des Propheten Mohammed gezeigt. Der 18-Jährige, der von der Polizei getötet wurde, hatte dies etwa in sozialen Netzwerken als Motiv für seine Tat angegeben.

Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und die Mitte-Regierung wollen an diesem Mittwoch in Paris über den Kampf gegen den radikalen Islamismus beraten. Auf dem Tisch liegt ein geplantes Gesetz zur „Stärkung der republikanischen Prinzipien“. Der radikale Islamismus soll dort bekämpft werden, wo junge Menschen in seine Fänge geraten: in bestimmten Moscheen, außerhalb der Schule oder im Internet.

Macron hatte das neue Gesetz schon im Oktober angekündigt. Das Land wird seit Jahren immer wieder von islamistischen Terroranschlägen erschüttert, es starben über 250 Menschen.