Frankfurt/MainDer Angeklagte im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke soll nach Informationen der Tageszeitung Die Welt über ein Jahrzehnt hinweg immer wieder in Kontakt mit einem einflussreichen Rechtsextremisten gewesen sein. Unter Berufung auf Unterlagen des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz berichtete die Zeitung, dass der Angeklagte Stephan Ernst in Beziehung zu dem NPD-Funktionär Thorsten H. gestanden habe.

Die Unterlagen seien Teil der Ermittlungsakte des Generalbundesanwaltes zum Mord an Lübcke im Juni 2019. In den Verfassungsschutzpapieren seien zahlreiche Begegnungen von Ernst und Heise beschrieben, darunter bei Stammtischen der NPD in Kassel, bei der Fahrt zu einer Demonstration in Berlin oder bei Winter- und Sommersonnenwendfeiern in Hessen und Thüringen. Die erste in den Akten erwähnte Zusammenkunft der beiden habe im April 2001 stattgefunden, die letzte im Juni 2011.

In dem Verfahren vor dem Oberlandesgericht Frankfurt muss sich der 47-Jährige zurzeit wegen Mordes verantworten. Die Anklage wirft Ernst vor, den CDU-Politiker Lübcke aus rechtsextremistischen Motiven auf der Terrasse von dessen Wohnhaus erschossen zu haben.