Auf den gefälschten Banknoten steht „Movie Money“.
Foto: dpa/Boris Roessler

BerlinAuf den ersten Blick sehen sie echt aus, auf den zweiten Blick wird klar: Steht auf einer Banknote „Movie Money“, ist irgendwas daran faul. Dennoch beschlagnahmt die Polizei immer mehr solcher Scheine. Besonders 10- und 20-Euro-Scheine sind laut der Bundesbank im Umlauf.

Der Anteil gefälschter Zehner und Zwanziger am gesamten Falschgeld stieg laut Bundesbank von 34 Prozent im zweiten Halbjahr 2019 auf 46 Prozent im ersten Halbjahr 2020. Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann erklärte am Freitag, bei den falschen Zehnern und Zwanzigern handle es sich vor allem um „einfache Druckfälschungen ohne Sicherheitsmerkmale“. Diese Fälschungen seien „eigentlich leicht zu erkennen. Es steht sogar ‚Movie Money‘ auf der Vorderseite oder ‚Prop copy‘ auf der Rückseite“.

Auch „Prop Copy“ ist auf dem „Filmgeld“ zu finden.
Foto: dpa/Boris Roessler

Die Scheine werden Experten zufolge seit der zweiten Jahreshälfte 2019 zunehmend zur Täuschung im Zahlungsverkehr eingesetzt. Der Trend beim „Movie Money“ habe sich im ersten Halbjahr 2020 verstärkt, „obwohl die Menschen in der Corona-Krise weniger Geld ausgeben“, so Beermann. Er mahnte, gerade beim Zehner und Zwanziger genau hinzusehen. „Die Fälscher setzen vor allem auf 10- oder 20-Euro-Scheine, weil Menschen bei diesen Banknoten nicht so genau wie bei Fünfzigern oder noch höheren Stückelungen hinschauen“, vermutet Beermann.

Betrüger bestellen „Movie Money“ einfach im Internet

Das „Filmgeld“ wird auf Internetplattformen unter anderem bei Amazon oder Ebay beworben – auch als Scherzartikel oder Souvenir. Nach Angaben des Bundeskriminalamtes werden die Scheine von einer Vielzahl von chinesischen Anbietern offeriert. Die Ermittler weisen darauf hin, dass es sich um Falschgeld handelt, dessen Herstellung, Verbreitung sowie Einbringung in den Zahlungsverkehr strafbar ist.

Insgesamt registrierte die Bundesbank von Januar bis Juni dieses Jahr rund 34.000 falsche Euro-Banknoten im Nennwert von 1,6 Millionen Euro. Das ist gegenüber dem zweiten Halbjahr 2019 ein Anstieg um über 20 Prozent. Meistgefälschter Schein blieb der Fünfziger mit einem Anteil von 40 Prozent.

„Im europäischen Vergleich kommt Falschgeld in Deutschland weiterhin nur unterdurchschnittlich vor“, betonte die Bundesbank. Rechnerisch entfallen demnach pro Jahr rund acht falsche Banknoten auf 10.000 Einwohner.

Das Bundeskriminalamt erklärte, das meiste Falschgeld tauche im Zahlungsverkehr auf – 2019 waren es zwei Drittel der Gesamtmenge von insgesamt 81.800 Banknoten. Der Rest wird bei Durchsuchungen der Polizei oder etwa in aufgefundenen Gepäckstücken entdeckt.

2018 und 2019 war die Anzahl der Fälschungen zurückgegangen. Die Bundesbank führte dies auf die Einführung der neuen Banknoten der Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz zurück. (mit dpa, AFP)