Berlin - Eine mRNA-basierte Immuntherapie wirkt bei Mäusen gegen Krebs. Forscher rund um Christian Hotz und Ugur Sahin vom Mainzer Unternehmen Biontech, das den ersten mRNA-Impfstoff gegen Corona entwickelt hat, spritzen den Wirkstoff direkt in die Tumore der Mäuse. Wie der Sender n-tv berichtete, wurde das Tumorwachstum daraufhin gestoppt. Der mRNA-Wirkstoff soll nun auch in einer klinischen Studie getestet werden. Biontech arbeitete für die Studie mit dem Unternehmen Sanofi zusammen.

Die Forschenden testeten ein mRNA-Gemisch, das die Herstellung von vier verschiedenen Zytokinen vermittelt – kleinen Eiweißen, die unter anderem das Zellwachstum regulieren und von denen bekannt ist, dass sie bei der Krebsbekämpfung eine Rolle spielen. Um Schwierigkeiten zu umgehen, nutzten die Forscher nun mRNA-Als Bauanleitung für die Zytokine. Diese injizierten sie direkt in die Tumore der Mäuse. Bei 17 von 20 behandelten Mäusen ging der Krebs vollständig zurück.

mRNA als Hoffnungsträger in der Medizin

„Die Studie liefert ein Beispiel dafür, wie mRNA als Werkzeug genutzt werden kann“, so Niels Halama vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, der nicht an der Studie beteiligt war. Bis zur Anwendung beim Menschen müssten jedoch noch einige Hürden überwunden werden. 

mRNA ist ein kleines Molekül, das als eine Art Bauanleitung dient. Mit ihrer Hilfe wird im Körper die Herstellung von Proteinen veranlasst. Beim Corona-Impfstoff trägt die mRNA die Bauanleitung für ein Protein aus der Hülle des Erregers Sars-CoV-2. Das Immunsystem erkennt so das fremde Protein und kann Abwehrstoffe dagegen bilden. Das Potenzial eines mRNA-Wirkstoffs zur Bekämpfung von Krebs wird aktuell vielfältig untersucht.