BerlinNach Bekanntwerden eines positiven Corona-Tests bei Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke führt sein Berliner Kollege Michael Müller (beide SPD) als mögliche Kontaktperson die Amtsgeschäfte vorerst von zu Hause aus. Das teilte Vize-Regierungschef und Kultursenator Klaus Lederer (Linke) am Dienstag mit. Laut Senatskanzlei begab sich Müller vorsorglich in Selbstisolation und unterzog sich einem Corona-Test, dessen Ergebnis spätestens am Mittwoch vorliegen soll.

Zudem müsse im Zusammenwirken mit dem Gesundheitsamt geklärt werden, ob Müller, der mit Woidke am Sonnabend an der Eröffnung des Flughafens BER in Schönefeld teilnahm, als Kontaktperson ersten Grades einzustufen sei. Dann müsste er auch im Falle eines negativen Tests zur Sicherheit 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Lederer zufolge gehen Müller selbst und der Senat aber bislang nicht davon aus. Die Entscheidung habe das Gesundheitsamt zu treffen. Als Kontaktperson ersten Grades gilt zum Beispiel, wer in einem Raum einem Infizierten für längere Zeit sehr nahe gekommen ist.

Müller war gemeinsam mit Woidke am Sonnabend bei der BER-Eröffnung. Er und andere Gäste, darunter Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU), standen auf einem Podium mit Woidke.

Nach Bekanntwerden des positiven Corona-Tests bei Woidke verließ Müller eine Senatssitzung, die zu dem Zeitpunkt laut Lederer etwa 20 Minuten andauerte. Dann setzte der Senat die Sitzung unter Leitung Lederers fort. Anschließend traf die Senatorenriege mit Vertretern der katholischen Kirche um Berlins Erzbischof Heiner Koch zusammen – ohne Müller.

Brandenburgs Regierungssprecher Florian Engels hatte am Vormittag mitgeteilt, dass Woidke nach ersten Erkältungserscheinungen am Sonntag keine Diensttermine mehr wahrgenommen habe. Am Montag habe er sich testen lassen, die ärztliche Mitteilung zum Ergebnis des Tests habe Woidke am Dienstagmorgen erhalten.

Im Berliner Senat wurde nach der Nachricht aus Potsdam dem Vernehmen nach über mögliche Konsequenzen für Müller gesprochen. Eine ganze Reihe der Anwesenden habe vorsorglich Mund-Nasen-Schutz angelegt, hieß es.