Berlin - Vier Jahre nach dem Terroranschlag auf dem Breitscheidplatz hat Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) die Attacke als „tiefen Einschnitt“ bezeichnet. „Allen Menschen, die in unmittelbarer Umgebung, auf dem Weihnachtsmarkt und in der ganzen Stadt diese unvorstellbare Tat, die Wirklichkeit wurde, miterlebt haben, hat sich dieses Geschehen in das Gedächtnis eingebrannt“, erklärte Müller am Freitag. „Und wir müssen uns bewusst machen, dass es jede und jeden von uns hätte treffen können. Die terroristische Bedrohung richtet sich gegen uns alle.“

Es seien vielfältige Vorkehrungen getroffen und das Bewusstsein geschärft worden, so Müller weiter. „Aber wir müssen uns bewusst bleiben, dass die Gefahr weiter existiert.“ Die vergangenen Wochen und Monate hätten das gezeigt, sagte Müller mit Blick auf Taten in Frankreich. „Die Angreifer, die unsere freiheitliche Lebensweise und unsere Kultur der Toleranz zerstören wollen und die dabei mit menschenverachtender Rücksichtslosigkeit vorgehen, sind noch immer da.“

Ein abgelehnter Asylbewerber aus Tunesien, der mit gefälschten Identitäten in Deutschland unterwegs war, erschoss am 19. Dezember 2016 in Berlin einen Lastwagenfahrer. Mit dem Lastwagen tötete er auf dem Weihnachtsmarkt elf Menschen, mehr als 70 wurden verletzt. Er floh nach Italien, wo er am 23. Dezember 2016 bei einer Polizeikontrolle erschossen wurde.

Zum Jahrestag am Sonnabend nimmt Regierungschef Müller an einer Andacht in der Gedächtniskirche teil, die von der Gemeinde gestreamt wird. Anschließend ist eine Kranzniederlegung geplant. Zur damaligen Tatzeit um 20.02 Uhr läuten die Glocken zwölf Mal – zum Gedenken an die Opfer.