Berlin - Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller bricht eine Lanze für den Corona-Impfstoff von Astrazeneca, der bei einigen Menschen in Deutschland auf Vorbehalte trifft. „Ich würde mich sofort mit Astrazeneca impfen lassen und hätte überhaupt keine Probleme damit“, sagte der SPD-Politiker der dpa. „Da vertraue ich auf die Wissenschaft und die Medizin“, so Müller. „Das Entscheidende ist doch, dass man dann nicht mehr schwer erkranken kann. Wichtig ist, dass man nicht auf der Intensivstation behandelt werden muss oder an der Erkrankung stirbt.“

Der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca hat eine geringere Wirksamkeit als jener von Biontech/Pfizer und Moderna, aber mit 70 bis 80 Prozent Wirksamkeit nach Expertenmeinung immer noch eine gute. Die Ständige Impfkommission in Deutschland (Stiko) hatte das Vakzin - anders als die EU-Arzneimittelbehörde EMA - vorerst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen, weil ausreichend Daten zur Wirkung bei Älteren fehlten.

Vor diesem Hintergrund sind manche Menschen skeptisch, als Folge sind viele verfügbare Dosen noch nicht gespritzt. Mittlerweile will die Stiko ihre Empfehlung überdenken und könnte das Vakzin bald auch für Ältere empfehlen. In Berlin sollen als nächstes unter anderem Erzieher, Lehrer in Förderschulen und Polizisten mit Astrazeneca geimpft werden.