Mutmaßliche Geiselnahme in Reisebus auf A9: SEK nimmt Tatverdächtigen fest

Ein Mann hat in einem Reisebus auf der Autobahn 9 in Bayern Fahrgäste bedroht. Nach stundenlangem Einsatz ist er festgenommen worden.

Hilpoltstein: Polizisten und Helfer stehen mit ihren Fahrzeugen auf der Autobahn 9.  
Hilpoltstein: Polizisten und Helfer stehen mit ihren Fahrzeugen auf der Autobahn 9. dpa/Ralph Goppelt/Vifogra

Hilpoltstein-Nach einer mutmaßlichen Geiselnahme in einem Reisebus hat die Polizei am Dienstagabend auf der Autobahn 9 zwischen Hilpoltstein und Greding in Bayern einen Tatverdächtigen festgenommen. Gegen 21.30 Uhr habe es einen Zugriff der Polizei gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Nach ersten Erkenntnissen sei niemand verletzt. Ob der Täter wirklich eine Waffe bei sich hatte, sei noch unklar. Er habe dies behauptet, sagte der Sprecher.

Kräfte des SEK hätten nach einem stundenlangen Einsatz zugegriffen. Die Bild-Zeitung berichtete über Detonationen. Diese gingen nach Angaben des Sprechers auf Blendmittel zurück, die das SEK einsetzte, um den Täter abzulenken.

Tatverdächtiger soll wirres Zeug gerufen haben

Nur die beiden Busfahrer waren zuletzt noch mit dem Fahrgast in dem Bus. Alle übrigen Passagiere befanden sich im Freien auf dem Seitenstreifen. Nach Informationen der Bild-Zeitung soll es in dem Bus zunächst einen Streit gegeben haben. Der Tatverdächtige soll demnach wirres Zeug gerufen haben.

Der Einsatz hatte den Angaben zufolge gegen 17.30 Uhr begonnen. Die Polizei sperrte die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Hilpoltstein und Greding in beiden Fahrtrichtungen komplett. Autofahrer saßen fest, es bildeten sich lange Staus.

Auch die nahe ICE-Strecke Nürnberg-Ingolstadt wurde am Dienstagabend zeitweise gesperrt. Das bestätigte eine Sprecherin der Deutschen Bahn in Berlin. Die Strecke sei zwischen Allersberg (Rothsee) und Kinding „auf Anordnung der Behörden“ zeitweise nicht mehr befahren worden. Es habe eine Umleitung gegeben. Noch am Abend vor 21.45 Uhr sei die Sperrung aber wieder aufgehoben.