Berlin - Fünf mutmaßliche Drogendealer sind in Berlin und im brandenburgischen Dallgow-Döberitz verhaftet worden. Die 24 bis 51 Jahre alten Männer stehen im Verdacht, von März bis Juni 2020 mit 145 Kilogramm Marihuana, 137 Kilogramm Chrystal Meth (Methamphetamin), 11 Kilogramm Kokain und einem Kilo Amphetamin gehandelt zu haben, wie Staatsanwaltschaft und Polizei in Berlin am Donnerstag gemeinsam mitteilten. Bei der Durchsuchung von 21 Wohnungen in Berlin und einer in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) wurden demnach am Mittwoch unter anderen anderthalb Kilo Marihuana, Waffen, Luxusuhren sowie mehr als 60 000 Euro Bargeld und ein teures Auto sichergestellt.

An der Aktion waren laut Behörden mehr als 250 Beamte von Polizei und Zollfahndung beteiligt. Auf die Spur der mutmaßlichen Bande kamen die Ermittler durch die Auswertung von Nachrichten aus dem verschlüsselten Chatprogramm Encrochat, das vor Jahren besonders bei Kriminellen sehr beliebt war.

Zunächst konzentrierte sich der Verdacht dabei auf vier Männer, wie die Behörden weiter mitteilten. Später geriet dann auch ein 41-jähriger Mann ins Visier. Dieser soll gemeinsam mit den anderen vier Beschuldigten die Drogengeschäfte abgewickelt haben. Alle Verdächtigen sind in Untersuchungshaft.

Der Krypto-Messenger Encrochat galt zunächst als nicht entschlüsselbar und war deshalb in der kriminellen Szene sehr verbreitet. Die Polizei in Frankreich und den Niederlanden konnte die Software aber im Frühjahr 2020 knacken. Mehr als 20 Millionen geheime Chat-Nachrichten wurden abgeschöpft.