Dresden/Berlin - Einen Tag nach dem Überfall auf einen 76-Jährigen am Samstagnachmittag in Berlin sind wenig später drei Männer in Dresden festgenommen worden. Die 23-, 37- und 44-Jährigen stehen laut Mitteilung der Staatsanwaltschaft Dresden vom Montag unter dem Verdacht des versuchten schweren Raubes. Die Italiener befinden sich in Untersuchungshaft. Sie sollen dem älteren Herrn mit Auto und Motorrad vom Friseur am Hohenzollerndamm bis zur Wohnung im Stadtteil Grunewald gefolgt sein.

Als der 76-Jährige in der Tiefgarage einparkte und die Fahrertür öffnete, griff ein Mann in Motorradkleidung mit Gewalt nach der 40 000 Euro-Uhr an dessen Handgelenk. Im Kampf gegen den Angreifer verletzte sich der ältere Herr am Rücken, sein Wagen rollte gegen die Wand, die Uhr riss ab, rutschte aber in den Jackenärmel ihres Besitzers - unerreichbar für den Angreifer.

Der flüchtete ohne Beute mit den beiden anderen Beschuldigten, die gewartet hatten, in einem Auto nach Dresden. Dort wurden sie in einem Mehrfamilienhaus im Stadtteil Pieschen gefasst. Ihr Motorrad ließen sie am Tatort zurück. Es steht den Angaben nach im Zusammenhang mit einem Raub am 10. September 2021 in Berlin, bei dem eine Armbanduhr im Wert von etwa 100.000 Euro gestohlen wurde.

Auch deshalb gehen die Ermittler davon aus, dass die drei Männer zu einer international operierenden Bande gehören, die es auf teure Armbanduhren abgesehen hat. Jeweils mindestens drei Bandenmitglieder seien dazu nach Deutschland gefahren und hätten im Frühjahr und Sommer am Berliner Ku'damm Ausschau nach lohnender Beute gehalten. Sie spähten potenzielle Opfer aus, verfolgten sie bis nach Hause und schlugen dann zu, hieß es. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft sowie der Polizei in Dresden und der Hauptstadt dauern an.