Yangon - Der in Myanmar inhaftierte und erst vor wenigen Tagen zu elf Jahren Haft verurteilte US-Journalist Danny Fenster ist überraschend freigelassen worden. Dies teilte der ehemalige US-Diplomat Bill Richardson am Montag mit. „Danny und das Richardson-Team werden in den nächsten anderthalb Tagen ihre lange Heimreise via Katar antreten und freuen sich darauf, Danny mit seinen Eltern Buddy und Rose sowie seinem Bruder Bryan in den USA zu vereinen“, hieß es in einer via E-Mail verbreiteten Erklärung.

Richardson, der auch schon als Vermittler bei Geiselnahmen tätig war, war vor wenigen Tagen in Myanmar mit dem Chef der Militärjunta, Min Aung Hlaing, zusammengekommen. Fensters Freilassung sei durch einen „privaten humanitären Besuch“ Richardsons in dem Krisenland und persönliche Verhandlungen mit General Min Aung Hlaing sichergestellt worden, so die Mitteilung.

Fenster, ein leitender Redakteur des englischsprachigen Magazins Frontier Myanmar, war Ende Mai unmittelbar vor dem Abflug in die USA am Flughafen von Yangon festgenommen worden. Er saß seither im für seine Foltermethoden berüchtigten Insein-Gefängnis in der größten Stadt Yangon. „Ich fühle mich körperlich in Ordnung“, sagte Fenster nach seiner Ankunft in Doha im Gespräch mit Reportern. In der Haft hatte er laut eigener Schilderung vor allem unter der Ungewissheit über sein Schicksal gelitten: „Je länger es sich hinzieht, desto mehr Sorgen machst Du Dir, dass es nie enden wird. Dies ist also die größte Sorge, dass Du dabei nicht den Verstand verlierst.“