Berlin - Auch Großstädte wie Berlin müssen sich nach Einschätzung von Experten auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Das betreffe sowohl häufigeren Starkregen als auch mehr Hitzetage, sagte Juliana Schlaberg vom Naturschutzbund (Nabu) Landesverband Berlin der dpa. Starkregen sei etwa für Berlin ein Problem, wenn die Kanalisation die Regenfälle nicht aufnehmen kann. Außerdem bestehe die Gefahr, dass Gewässer bei großen Regenmengen über die Ufer treten. „Da laufen dann die Keller voll.“

„Wir haben Gullys an jeder Straße, also versickert das Wasser nicht, sondern wird in die Kanalisation geleitet – die hat aber ein relativ geringes Fassungsvolumen“, erklärte Schlaberg. „Und bei Starkregenereignissen, die künftig häufiger vorkommen können, wird das Wasser zum Beispiel in die Spree eingeleitet, weil die Kanalisation es einfach nicht mehr fassen kann.“

„Der Klimawandel ist da, die Temperatur hat sich erhöht, auch in Berlin“

Gleichzeitig seien Hitzetage ein zunehmendes Problem. „Der Klimawandel ist da, die Temperatur hat sich erhöht, auch in Berlin“, stellte die Nabu-Expertin fest. In Großstädten gebe es außerdem einen Hitze-Insel-Effekt: In der Innenstadt mit vielen dicht bebauten Bereichen sei es mehrere Grad wärmer als im Umland, wo es Wasser- und Grünflächen sowie Wälder gibt, die durch Verschattung und Verdunstung für Kühle sorgen könnten. „In die Innenstadt kommt außerdem der Wind teilweise gar nicht, weil es dort so verbaut und die Luftzirkulation eingeschränkt ist.“

Für die Zukunft erwartet Schlaberg, dass Hitze in Berlin noch mehr zum Problem wird: „Es gibt jetzt schon mehr Hitzetage, an denen es in den Nächten nicht unter 20 Grad abkühlt. Und das ist körperlich total anstrengend, gerade für Ältere.“