Nabu: Geisel und Giffey richten mit ihrer Bau-Politik großen Schaden an

„Berlin sollte sich vom Mantra ‚Bauen Bauen Bauen‘ verabschieden und fragen, wo ökologisches Bauen sinnvoll und möglich ist“, so der Berliner Nabu-Vorsitzende.

Andreas Geisel und Franziska Giffey (beide SPD)
Andreas Geisel und Franziska Giffey (beide SPD)dpa/Wolfgang Kumm

Der Naturschutzbund (Nabu) hat die Wohnungsbaupolitik des Senats und insbesondere der SPD mit deutlichen Worten kritisiert. Sie sei ein gewaltiges Flächenvernichtungsprogramm, sagte der Berliner Nabu-Vorsitzende Rainer Altenkamp der Tageszeitung „taz“ (Dienstag). Bausenator Andreas Geisel und die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (beide SPD) richteten mit ihrer Politik enormen Schaden an. In Berlin fehle bezahlbarer Wohnraum. Der Neubau schaffe aber hauptsächlich Wohnungen im hochpreisigen Segment. „Und zwar zulasten von Natur- und Umweltschutz und unter dem Verlust von Freiflächen“, sagte Altenkamp.

„Wenn Flächen bebaut sind, sind sie weg – auf Kosten des innerstädtischen Grüns.“ Außerdem brauche jedes neue Gebäude Wasser und Infrastruktur und erhitze das Stadtklima. „Berlin sollte sich vom Mantra ‚Bauen Bauen Bauen‘ verabschieden und fragen, wo ökologisches Bauen sinnvoll und möglich ist.“

Aufstocken könnte eine Alternative sein

Eine Alternative sei, mehr auf das Aufstocken von Gebäuden zu setzen. „Es geht nicht, dass es immer noch riesige Supermärkte ohne Wohnbebauung darüber gibt. Ebenso könnte man bereits versiegelte Flächen wie Parkplätze bebauen“, empfahl Altenkamp. Neubau sei immer Ressourcenverbrauch und klimaschädlich. „40 Prozent des CO2-Ausstoßes im Gebäudesektor geht auf Neubau zurück.“

Die Bilanz des rot-grün-roten Senats, der am 21. Dezember 2021 gestartet ist, sieht der Nabu-Vorsitzende insgesamt kritisch: „Der Schutz von Natur, Umwelt und Freiflächen ist für diese Koalition nachrangig.“ Auch von Umweltsenatorin Bettina Jarasch (Grüne) hätte sich der Nabu mehr Einsatz bei der Novelle der Bauordnung und der Charta Stadtgrün gewünscht. Bei diesen Themen habe die SPD ebenfalls gebremst. „Der SPD ist Klima und Umweltschutz völlig egal. Sie ordnet alles dem Bauen unter.“