Trier - Gut zwei Monate nach der Amokfahrt in Trier geht es den beiden Schwerstverletzten besser, die zuletzt noch um ihr Leben kämpften. Die beiden Männer seien noch in Kliniken, es bestehe „aber im Augenblick wohl keine Lebensgefahr mehr“, sagte der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD) am Montag in Trier. „Aber es sind wirklich Schwerstverletzte und es wird dauern.“

Viel Zeit brauche es auch für Opfer und Angehörige, die Ereignisse der Tat vom 1. Dezember 2020 aufzuarbeiten, sagte der Opferbeauftragte des Landes Rheinland-Pfalz, Detlef Placzek. Am vergangenen Wochenende hatte es ein erstes Treffen von 30 Betroffenen zum gegenseitigen Austausch gegeben. Diese neue Phase der Nachsorge, die nun begonnen habe, könne sehr lange, gegebenenfalls Jahre andauern.

Bei der Tat waren fünf Menschen getötet und 24 Personen zum Teil schwer verletzt worden. Zudem gebe es rund 300 Menschen, die psychische Verletzungen erlitten haben. Ein Amokfahrer war mit seinem Sportgeländewagen durch die Fußgängerzone gerast und hatte gezielt Menschen angesteuert. Der 51 Jahre alte mutmaßliche Täter sitzt in Untersuchungshaft und hat noch keine Angaben zum Motiv gemacht.

Die Amokfahrt in Trier sei ein „einschneidendes Ereignis für die Stadtbevölkerung“ gewesen, sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD). Es werde noch sehr lange nachwirken: „Weil diese Unbefangenheit einfach weg ist.“ Es habe viele Menschen gegeben, die die Tat direkt vor Ort miterlebt hätten. „Das vergisst man nicht so schnell“, sagte sie.