BerlinDie Veranstalterin der am Sonnabend in der Alten Münze in Mitte aufgelösten Fetischparty bestreitet die Vorwürfe, gegen Corona-Auflagen verstoßen zu haben. „Wir waren Gastgeber einer legalen Open-Air-Veranstaltung mit strengen Regeln“, teilte die Vereinigung Pornceptual mit. Man habe „alle aktuellen Regeln gemäß der neuesten Berliner Infektionsschutzverordnung befolgt“.

„Es waren einfach zu viele für zu wenig Platz“, hatte es am Wochenende dagegen von der Polizei geheißen. Der Mindestabstand habe wegen der Vielzahl der Personen – circa 600 – nicht eingehalten werden können.

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), sagte im Interview mit der „B.Z.“, die Veranstalter hätten vom Bezirksamt Mitte keine Genehmigung für die Party gehabt.

Pornceptual und Alte Münze kritisierten zudem die Berichterstattung in den Medien, etwa den Gebrauch des Begriffs „Fetischparty“: „Während viele andere legale Open-Airs in Berlin gestern geschlossen wurden, schafft es nur die ‚Fetischparty‘ in die Medien und erweckt den Eindruck, Teil der Fetischszene zu sein, sei beschämend“, hieß es von Pornceptual.

„Die Veranstaltung diente als Treffpunkt der Community und hatte mit dem körperlichen Charakter einer Fetischparty keine Parallelen. Wir bedauern, dass skandalierende Sprachbilder genutzt werden, um Empörung zu erregen“, teilte die Alte Münze mit. Es sei zudem bedauerlich, „dass eine Veranstaltung fernab der heteronormativen Gesellschaft genutzt wurde, um gezielt mit Halbwahrheiten das Erlaubte öffentlich zu kriminalisieren“.