Nach Blockade: BER prüft Schadenersatz-Ansprüche gegen „Letzte Generation“

Aktivisten konnten am Donnerstag auf das Gelände gelangen und den Flugverkehr behindern. Nun will der Flughafen an seinem Sicherheitskonzept arbeiten.

Klimaaktivisten drangen am Donnerstag auf das Gelände des BER ein.
Klimaaktivisten drangen am Donnerstag auf das Gelände des BER ein.Letzte Generation

Nach der Blockade des BER-Geländes am Donnerstag durch Klimaaktivisten der „Letzten Generation“ will der Flughafen nun Schadenersatzansprüche gegenüber der Gruppe prüfen. Das sagte der Sprecher der Flughafengesellschaft, Jan-Peter Haack, gegenüber der Berliner Morgenpost.

Die Klimaaktivisten waren am Donnerstag durch einen Zaun auf das Gelände gelangt und hatten sich zum Teil auf dem Asphalt festgeklebt. Der Flugverkehr musste für einige Zeit unterbrochen werden, beide Start- und Landebahnen wurden gesperrt. Das Landekriminalamt Berlin ermittelt nun gegen die Gruppe.

Die Flughafengesellschaft kündigte zudem an, das Sicherheitskonzept des Hauptstadtflughafens BER zu überprüfen. „Wir denken da zusammen mit der Polizei nach, die auch die Aufgabe hat, die Flugbetriebsflächen mit zu sichern“, sagte Flughafensprecher Hannes Hönemann am Freitag im RBB Inforadio.

Verkehrsminister Wissing fordert genaue Aufarbeitung

Sollte es Möglichkeiten geben, den Zaun um das Betriebsgelände noch stabiler zu machen, „dann werden wir das selbstverständlich machen“, sagte Hönemann. Das Vorgehen der Klimademonstranten nannte er „hochgefährlich und hochriskant“.

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) forderte die Polizei nach der Blockade dazu auf, den Vorfall genau aufzuarbeiten. „Die Polizei muss dieser Frage nachgehen, weshalb das ganz offensichtlich einfach möglich war, den Sicherheitsbereich zu erreichen“, sagte Wissing am Freitag dem Fernsehsender Welt. „Es ist Aufgabe der Polizei zu untersuchen, wie es dazu kommen konnte, dass die Aktivisten derart schnell in den Sicherheitsbereich eindringen konnten.“ Für die Zukunft müsse die Frage gestellt werden, was genau zu tun wäre, um derartige Vorfälle zu vermeiden.

Grundsätzlich seien die Sicherheitsvorschriften an deutschen Flughäfen aber streng, betonte der Minister. „Wir haben hohe Sicherheitsstandards an den Flughäfen. Hier wurde ja auch sofort eingeschritten.“ Klar sei, dass die verursachten Kosten nicht von der Allgemeinheit getragen werden könnten. „Wir brauchen Akzeptanz für Klimaschutz, aber es muss in unserem Staat gelten: Null Toleranz für derartige Straftaten“, sagte Wissing.