Berlin - Nach den Beschlüssen der Bund-Länder-Runde vom Donnerstag hat sich der Berliner Senat am Freitag zu einer Sondersitzung getroffen. Dabei wurden schärfere Corona-Maßnahmen für die Hauptstadt beschlossen. Clubs dürfen zwar unter 2G-Bedingungen ihre Außenbereiche offenhalten, drinnen wird es aber mindestens ein Tanzverbot geben, so Senatskanzleichef Christian Gaebler (SPD). Bei den Personen-Obergrenzen für Großveranstaltungen hat Berlin einen strengeren Beschluss gefasst, als es Bund und Länder vorgesehen hatten. Zudem gelten in Berlin demnächst Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte. Bahnsteige dürfen nur noch von Geimpften, Genesenen oder Getesteten betreten werden. Auch in Bussen und Bahnen gilt 3G. Die neuen Corona-Regeln treten am Mittwoch in Kraft.

Diese neue Corona-Regeln gelten ab Mittwoch:

  • Private Treffen: Private Treffen, an denen Menschen teilnehmen, die weder geimpft noch genesen sind, sind in Berlin künftig auf den eigenen Haushalt sowie höchstens zwei Personen eines weiteren Haushalts beschränkt. Ausgenommen sind Kinder bis 14 Jahre. Das entspricht der Regelung, wie Bund und Länder sie verabredet hatten. „Das bedeutet, dass die Geimpften und Genesenen deutlich mehr Freiheiten haben, auch in einem größeren Familienkreis, in einer größeren Gruppe von Freunden die Weihnachtstage miteinander verbringen zu können“, erläuterte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD).
  • Großveranstaltungen: Berlin geht bei den Regeln für Großveranstaltungen mit sogenanntem Hygienerahmenkonzept noch über die Vorgaben von Bund und Ländern hinaus. Danach dürfen es draußen höchstens 15.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer sein, in Innenräumen höchstens 5000. Der Senat beschloss nun eine Obergrenze von 5000 draußen und in geschlossenen Räumen 2500 Teilnehmern. Das betrifft auch Spiele der Fußball-Bundesligisten Union Berlin und Hertha.
  • Veranstaltungen: Für andere Veranstaltungen gilt eine Obergrenze von 1000 zeitgleich Anwesenden im Freien und 200 in geschlossenen Räumen.
  • Clubs und Diskotheken: Ab Mittwoch darf in Berliner Clubs und Diskotheken nicht mehr getanzt werden. Wegen rechtlicher Fragen werden sie aber noch nicht geschlossen. Bund und Länder hatten vereinbart, Clubs bei Inzidenzwerten über 350 zu schließen. Der rechtliche Prozess dazu laufe aber noch, sagte der Chef der Senatskanzlei, Christian Gaebler. Wenn der Bund die Gesetze anpasse, werde man auch in Berlin erneut beraten.
  • Sport: Für Sport und nicht professionellen Wettkampfbetrieb im Freien gilt in Berlin künftig die 3G-Regel, wenn der Mindestabstand nicht einzuhalten ist. Das sei bei Kontaktsportarten in der Regel der Fall, sagte Senatskanzleichef Gaebler. Teilnehmen dürfen also nur Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete.
  • Weihnachtsmärkte: Für Berliner Weihnachtsmärkte gilt generell künftig die 2G-Regel, wie Michael Müller mitteilte. Das heißt, nur Genesene und Geimpfte haben Zutritt. Zusätzlich gilt Maskenpflicht.
  • Öffentliche Gebäude: In Dienstgebäuden des Landes Berlin, also zum Beispiel in Bürgerämtern, gilt 3G: Besucher beziehungsweise Kunden müssen geimpft, genesen oder aktuell negativ getestet sein.
  • Gastronomie: Restaurants in Berlin bleiben geöffnet. „Da kann man weiter Begegnung ermöglichen“, sagte Müller. Regeln dafür sollen aber noch ausgearbeitet werden. „Wir werden das mal so formulieren, dass es ein gangbarer Weg ist, ungeordnete Kontakte im Gastronomiebereich zu vermeiden, aber weiter das Essen und Trinken in Restaurants zu ermöglichen.“
  • ÖPNV: Die 3G-Regel gilt jetzt auch auf Bahnsteigen. Das heißt, sie ist gleichermaßen auf Bahnsteigen, in Bahnen und Bussen zu beachten.
  • Schulen: In Schulen herrscht weiterhin die Maskenpflicht.

In Berlin ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus unverändert hoch. In den vergangenen sieben Tagen infizierten sich nachweislich 360,7 von 100.000 Menschen mit dem Coronavirus, wie das Robert-Koch-Institut am Freitagmorgen mitteilte. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag damit auf ähnlichem Niveau wie am Freitag vergangener Woche. (mit dpa)