Berlin - Die Berliner SPD-Spitze hält sich weiter offen, mit wem sie eine neue Landesregierung bilden will. Ende der Woche soll es erste Gespräche geben. „Wir fangen am Freitag mit den Grünen an. Und dann mit den Linken. Also mit den bisherigen Koalitionspartnern“, sagte Co-Parteichef Raed Saleh am Dienstag im rbb-Inforadio. Dann sollen FDP und CDU folgen. „Es ist eine Frage des Respekts, dass wir mit allen demokratischen Parteien reden.“

Giffey und Saleh wollen nun mit Grünen, CDU, Linken und FDP sondieren, welche Koalition aus ihrer Sicht möglich ist. Am wahrscheinlichsten sind aktuell zwei Optionen: Eine Fortsetzung des Bündnisses von SPD, Grünen und Linken oder eine Koalition von SPD, CDU und FDP. Giffey hat bisher offengelassen, welche Option sie bevorzugt.

„Wir werden abwarten, was die Gespräche ergeben“, sagte Saleh. Er halte nichts von Farbenspielen. „Sondern es geht um Inhalte.“ „Und ich sage ganz deutlich: Wir haben in den letzten Jahren gute Politik gemacht. Wir haben jetzt aber Sondierungen für die neue Legislatur. Und da werden wir schauen, wie die Gespräche laufen.“

Einige SPD-Kreisverbände wollen Neuauflage von Rot-Rot-Grün

Laut einem rbb-Bericht werden in einigen Berliner SPD-Kreisverbänden Forderungen laut, die bisherige Koalition fortzusetzen. Darauf angesprochen, sagte Saleh: Dass Kreise redeten, sei normal und gehöre in einer lebendigen Partei dazu. Er glaube, es hätten sich jetzt zwei oder drei Kreise positioniert. „Wichtig ist, dass man am Ende gemeinsam einen Vorschlag unterbreitet.“

Die Grünen hatten mit 18,9 Prozent ihr bisher bestes Ergebnis bei einer Berlin-Wahl erzielt. Die CDU erreichte laut vorläufigem Endergebnis 18,1 Prozent, die Linke 14,0 Prozent, die AfD 8,0 Prozent und die FDP 7,2 Prozent.

Dem neuen Landesparlament gehören 147 Abgeordnete an, 12 weniger als in der vorangegangenen Legislaturperiode. Auf die SPD entfallen 36 Sitze, auf die Grünen 32 und auf die CDU 30. Die Linke kommt auf 24 Sitze, die AfD auf 13 und die FDP auf 12 Sitze.