Nach Eklat gegen Tottenham: Ronaldo aus United-Kader gestrichen

Manchester United hat Superstar Cristiano Ronaldo suspendiert. Der Fußballer hatte Mittwoch in der 88. Minute vorzeitig den Innenraum des Stadions verlassen.

Cristiano Ronaldo (r) musste sich bei Manchester United erneut mit der Reservistenrolle zufrieden geben.
Cristiano Ronaldo (r) musste sich bei Manchester United erneut mit der Reservistenrolle zufrieden geben.dpa/Press Association/Ian Hodgson

Nach seinem frühzeitigen Abgang ist Superstar Cristiano Ronaldo aus dem Kader von Manchester United für das Duell am kommenden Samstag beim FC Chelsea (18.30 Uhr/Sky) gestrichen worden. Dies gab der englische Topklub am Donnerstagabend in einem Statement bekannt. „Der Rest der Mannschaft konzentriert sich voll und ganz auf die Vorbereitung auf dieses Spiel“, hieß es weiter.

Am Mittwoch hatte der Portugiese beim 2:0-Sieg von United gegen Tottenham Hotspur in der 88. Minute vorzeitig den Innenraum des Stadions verlassen. Manchester hätte zu diesem Zeitpunkt noch mehrere Wechsel tätigen können. Medienberichten zufolge wollte Ronaldo nicht spät eingewechselt werden.

Kritik an Ronaldos Abgang: „Das ist nicht zu akzeptieren, das ist so armselig“

Die Reaktionen folgten prompt, unter anderem zahlreiche Ex-Profis wie die früheren englischen Nationalspieler Michael Owen und Gary Lineker meldeten sich zu Wort. „Das ist nicht sehr professionell“, kritisierte Owen, der gleichwohl Verständnis zeigte: Er könne Ronaldos Frust verstehen, „es muss schwer für ihn sein“. Lineker wählte drastischere Worte: „Es tut mir leid, aber das ist nicht zu akzeptieren, das ist so armselig“, sagte der TV-Experte über Ronaldos Flucht.

Der 37-jährige Ronaldo kommt unter dem niederländischen Teammanager Erik ten Hag in dieser Spielzeit nicht über eine Reservistenrolle hinaus. In der Liga stand er lediglich an drei von zwölf Spieltagen in der Startelf. Nur einmal durfte er in dieser Saison über die vollen 90 Minuten ran – bei der blamablen 0:4-Niederlage am zweiten Spieltag beim FC Brentford.

Ronaldo will Manchester United gern verlassen

Der Trainer und sein Spieler haben wohl zu unterschiedliche Auffassungen über Ronaldos Rolle. Schon im Sommer wollte der fünfmalige Champions-League-Sieger unbedingt den Club verlassen. Denn ten Hag setzt auf mannschaftsdienliche Akteure, die auch im Spiel gegen den Ball viel laufen sollen. Ronaldo gönnt sich derweil gern Pausen, um bei Angriffen glänzen zu können. Doch längst ist er nicht mehr die Tormaschine, die er einst bei Juventus Turin (134 Pflichtspiele/101 Tore) oder Real Madrid (438/450) verkörperte. Und ten Hag ist nicht bereit, sein System einem alternden (Ex-)Ausnahmespieler zu unterwerfen.