Nach Flucht: Putins Ex-Vertrauter Tschubais plötzlich schwer erkrankt

Sein Rücktritt war ein Paukenschlag: Der ehemalige Rusnano-Chef Anatoli Tschubais distanzierte sich von Putin. Nun soll er an einer Nervenkrankheit leiden.

Anatoli Tschubais, damaliger Leiter der staatlichen russischen Beteiligungsgesellschaft Rusnano, soll plötzlich schwer erkrankt sein  (Archivfoto).
Anatoli Tschubais, damaliger Leiter der staatlichen russischen Beteiligungsgesellschaft Rusnano, soll plötzlich schwer erkrankt sein (Archivfoto).dpa/Mikhail Metzel

Der aus Russland geflohene Ex-Vertraute von Wladimir Putin, Anatoli Tschubais, leidet offenbar an einer plötzlichen Nervenerkrankung. Einem Medienbericht zufolge wurde der ehemalige Chef von Rusnano in ein europäisches Krankenhaus eingeliefert, berichtet Ksenia Sobtschak in ihrem Telegram-Kanal. Sein Zustand sei instabil. „Es wurde ganz plötzlich schlimm, seine Arme und Beine wurden taub“, zitiert das Online-Portal The Insider Sobtschak. Ärzte hätten demnach bei Tschubais das Guillain-Barré-Syndrom diagnostiziert.

Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) ist eine seltene Erkrankung, bei der das menschliche Immunsystem seine eigenen peripheren Nerven angreift. Zu den ersten Symptomen gehören Schwäche- oder Kribbelgefühle. Sie beginnen in der Regel in den Beinen und können dann auf die Arme und das Gesicht übergreifen. Bei manchen Menschen können diese Symptome zu Lähmungen der Beine, Arme oder Gesichtsmuskeln führen.

Polizisten untersuchen den Fall

Den Angaben zufolge untersuchten Spezialisten in Schutzanzügen den Raum, in dem Tschubais sich aufhielt, als er sich krank fühlte, während Polizeibeamte Zeugen befragten. Unklar war zunächst, in welches europäische Krankenhaus Tschubais gebracht wurde. Unklar war ebenfalls, wo er sich zuletzt aufhielt.

Tschubais gilt als der Vater der russischen Oligarchen - er orchestrierte die schnelle Privatisierung des Landes im Jahr 1992. Er galt als einer der wichtigsten Berater im Kreml. Im März wurde bekannt, dass er sich von Putins Politik distanzierte. Offenbar aus Protest gegen den Krieg in der Ukraine trat er als Sonderbeauftragter zurück. Er soll Russland in Richtung Türkei verlassen haben, hieß es damals.