Berlin - Nach mehrfachen Gewalttaten an Bahnhöfen plant die Deutsche Bahn die Installation von 3000 zusätzlichen Videokameras. In den nächsten vier Jahren werde die Anzahl der Kameras an Bahnsteigen um rund ein Drittel auf 11.000 erhöht, teilten Bundesregierung und Deutsche Bahn mit. Dafür sollen rund 180 Millionen Euro investiert werden.

Aktuell sind den Angaben zufolge 8000 Kameras an 800 Bahnhöfen im Einsatz. Die neuen Kameras würden hochauflösende Aufnahmen ermögliche, hieß es in der Mitteilung. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verwies zur Begründung der Maßnahmen auf Vorfälle an den Bahnhöfen Frankfurt/Main und Voerde vom vergangenen Sommer. Die schrecklichen Ereignisse hätten gezeigt: „Es gibt Handlungsbedarf, um unsere Bahnhöfe und Züge noch sicherer zu machen.“

Im niederrheinischen Voerde wurde eine Frau von einem Zug überrollt, nachdem ein ihr unbekannter Mann sie ins Gleis gestoßen hatte. Wenige Tage später stieß am Hauptbahnhof Frankfurt/Main ein Mann einen Achtjährigen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE. Die Frau konnte sich retten, ihr Sohn wurde vom Zug erfasst und starb. Beide Taten entfachten eine Debatte über die Sicherheit auf Bahnhöfen. 

An sieben Projektbahnhöfen sollen von einer Arbeitsgruppe empfohlene Maßnahmen getestet werden. Am Bahnhof Berlin-Südkreuz sind ab 2021 beispielsweise verschiedene Arten von Schutzbarrieren für Reisende sowie selbstlernende Video-Analysetechniken zur Verbesserung der Sicherheitsvorkehrungen geplant.

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) nannte als geplanten Maßnahmen neben der besseren Videoüberwachung eine „klarere Gestaltung der Bahnsteige, mehr Information und Sensibilisierung der Reisenden sowie einen Praxischeck für neue Technologien“.