Berlin - Der Landrat von Ahrweiler, Jürgen Pföhler (CDU), wird sein Amt nach der Flutkatastrophe vom Juli offenbar krankheitsbedingt nicht mehr ausüben. Dies teilte der CDU-Kreisverband Ahrweiler am Dienstag mit. Pföhler geriet wegen seines Missmanagements beim Katastrophenschutz in heftige Kritik. Weil er die Dienstvorschrift missachtet haben soll, leitete die Staatsanwaltschaft Koblenz ein Ermittlungsverfahren gegen ihn und ein weiteres Mitglied des Krisenstabs ein. Konkret geht es um den Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen von Hilfe am Hochwasserabend.

Der Schritt, „sein Amt nicht mehr wahrzunehmen, war daher notwendig und unausweichlich“, heißt es in der bereits am Montag veröffentlichten Erklärung der Fraktion. Das Vertrauen der Menschen im Kreis sei nicht mehr gegeben, so die Erklärung weiter. „Der Kreis Ahrweiler benötigt in der aktuellen Situation in seiner Führung einen unbelasteten personellen Neuanfang, denn die Herausforderungen der kommenden Jahre werden viel Kraft und Einsatz fordern. Dies setzt Vertrauen der Bevölkerung in die politisch Verantwortlichen voraus.“

Nach Angaben einer Kreissprecherin ist der Landrat seit dem 11. August krankheitsbedingt nicht im Dienst. Pföhler selbst äußerte sich zunächst nicht.