Anfang Januar, als Christian Eriksen das erste Interview nach seinem Herzstillstand vor den Augen der Fußballwelt gab, klangen seine Worte wie reinste Utopie. „Ich möchte wieder spielen. Mein Ziel ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft“, sagte der dänische Ballstreichler emotional angefasst.

Am Dienstag nun berief ihn Nationaltrainer Kasper Hjulmand in die Auswahl des EM-Halbfinalisten für die Länderspiele in den Niederlanden am 26. März und gegen Serbien drei Tage später. Und auf einmal erscheint Eriksens Traum von der WM in Katar (21. November bis 18. Dezember) zum Greifen nah.

Jubel in Dänemark: „Er ist körperlich sehr, sehr fit“

„Er ist zurück“, titelte Ekstra Bladet euphorisch. Hjulmand, einst glücklos bei Bundesligist Mainz 05, meinte: „Er ist körperlich sehr, sehr fit. Es gibt immer Dinge, die man verbessern kann, das ist normal, aber er spielt auf einem hohen Niveau.“

Erst Mitte Februar hatte Eriksen beim englischen Premier-League-Klub FC Brentford sein Comeback auf Wettkampfebene gegeben. Bislang kam er in drei Ligaspielen für den Aufsteiger zum Einsatz, davon zweimal über 90 Minuten. Am vergangenen Wochenende gab er beim 2:0 gegen den FC Burnley die Vorlage zum Führungstreffer. „Er war der beste Spieler auf dem Platz“, lobte Hjulmand den 30-Jährigen.

Eriksens Leben hing am seidenen Faden

Am 12. Juni, im ersten EM-Gruppenspiel der Dänen gegen Finnland noch hing Eriksens Leben nach seinem Kollaps am seidenen Faden. Der Star von Inter Mailand sank wie vom Blitz getroffen auf dem Rasen des Parken zusammen, er wurde rechtzeitig reanimiert und meldete sich vom Krankenbett via Videoanruf bei seinen geschockten Mitspielern.

Eriksens Schicksal und seine Gesundung prägten das Turnier. Dem 109-maligen Nationalspieler wurde ein Defibrillator eingesetzt, in Italien durfte er deswegen nicht mehr spielen. Eriksen nahm den Kampf für seinen Traum an – gegen alle Zweifel.