Düsseldorf - Obwohl Politik und Behörden zu medizinischen Masken und FFP2-Masken zur Eindämmung der Corona-Infektionszahlen raten, sind in Nordrhein-Westfalen Hunderttausende Stoffmasken an Polizisten verteilt worden. Das berichtet die Bild unter Berufung auf Informationen des zuständigen Landesamtes für zentrale polizeiliche Dienste (LZPD) auf Anfrage der dpa. Demnach stammen die Masken von einer Bestellung beim Modehersteller van Laack, die bereits für Kritik gesorgt hatte.

So sollen vor etwa einem halben Jahr rund 1,25 Millionen Stoffmasken bei dem Unternehmen bestellt worden sein. Einen Großteil davon soll nun die Polizei des Landes erhalten haben. Nach Angaben einer Sprecherin des LZPD sei ein kleiner Bestand eingelagert worden, da eine Lagerung bis zu zehn Jahren möglich sei. Die modische Alltagsmaske sei weiter ein „Ausstattungselement in der Auswahl der Masken“, das den Beschäftigten zur Verfügung gestellt werde, zitiert die Bild eine Sprecherin der Behörde. Polizisten würden aber weiterhin die FFP2-Masken und medizinische Masken nutzen. Man habe nur das Angebot für die Beamten erhöht, hieß es.

Der Landtagsabgeordnete und SPD-Fraktionsvize in Nordrhein-Westfalen sagte dem Bericht zufolge: „Diese Vergabe hatte von Anfang an ein Geschmäckle. Aber jetzt ist es nur noch absurd. Stoffmasken braucht zurzeit nun wirklich kein Mensch.“ Laut dem Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, Michael Mertens, helfen den Beamten die Stoffmasken in der aktuellen pandemischen Lage „natürlich nicht“. Sie würden aber vermehrt zu Einsatz kommen, wenn der Übergang aus der Pandemie geschafft sei. Denn FFP2-Masken seien in vielen Einsatzsituationen einfach schwer zu tragen, so Mertens.