Rosario - Angesichts einer Welle der Gewalt im Drogenmilieu hat die argentinische Großstadt Rosario um Hilfe durch die Bundespolizei gebeten. „Kümmert euch um Rosario. Lasst uns nicht allein“, schrieb der Bürgermeister der drittgrößten Stadt Argentiniens, Pablo Javkin, am Dienstag auf Twitter. Zuvor hatten Auftragsmörder innerhalb von zehn Stunden fünf Menschen getötet. Ein vierjähriges Mädchen wurde bei einem Angriff von Kugeln in beide Arme getroffen und verletzt.

Nach Einschätzung der Ermittler stehen die Morde im Zusammenhang mit Machtkämpfen zwischen Drogenbanden. Eines der Opfer war ein Kronzeuge, der gegen einen mächtigen Drogenboss ausgesagt hatte und unter Polizeischutz stand. Derzeit stehen auch mehrere Anführer der Gang Los Monos vor Gericht. Zuletzt hatte das argentinische Sicherheitsministerium zugesagt, 160 Bundespolizisten zur Verstärkung nach Rosario zu schicken.

Rosario am Fluss Paraná rund 300 Kilometer nordwestlich von Buenos Aires ist ein wichtiges Industrie- und Handelszentrum. Allerdings herrscht vor allem in den Außenbezirken oft bittere Armut, mehrere Banden ringen um die Kontrolle des Drogenhandels. Die Heimatstadt von Fußballstar Lionel Messi gilt als eine der gefährlichsten Städte Argentiniens. Im Großraum Rosario leben etwa 1,7 Millionen Menschen.