Nach Musk-Übernahme: Twitter geht offenbar weniger gegen Falschinformationen vor

Die Möglichkeiten von Mitarbeitern gegen Hassrede und Fake News vorzugehen sind seit kurzem offenbar stark eingeschränkt.

Tech-Milliardär Elon Musk will bei Twitter viel verändern.
Tech-Milliardär Elon Musk will bei Twitter viel verändern.AP/Susan Walsh

Tech-Milliardär Elon Musk hat die Übernahme des Onlinedienstes Twitter am Donnerstag abgeschlossen. Musk verliert beim Umbau der Plattform keine Zeit, bereits einige Änderungen wurden vorgenommen: So löste er den Verwaltungsrat von Twitter auf und machte sich zum alleinigen Twitter-Chef.

Doch es gibt auch Bedenken, was die Veränderungen von Twitter unter Elon Musk betreffen. Laut einem Bericht von Bloomberg wird auf der Plattform bereits weniger gegen Falschinformationen vorgegangen. Die meisten Mitarbeiter aus der verantwortlichen Abteilung sollen offenbar keine Sanktionen mehr verhängen können, wenn Twitter-Nutzer gegen die Regeln verstoßen. Normalerweise ist es den Angestellten möglich, Beiträge die Hassrede oder Falschinformationen enthalten, zu löschen. 

Mitarbeiter fürchten US-Kongresswahl

Nur in besonders dringenden Fällen, also bei weitreichenden Verstößen, bei denen eine unmittelbare Gefahr von Angriffen und Schäden im echten Leben besteht, sollen Twitter-Angestellte noch Maßnahmen ergreifen können.

Bereits die Wahlen am vergangenen Sonntag in Brasilien waren davon betroffen. Twitter-Mitarbeiter sollen nur einen eingeschränkten Zugriff auf Maßnahmen gegen Falschinformationen gehabt haben.

Mitarbeiter äußerten sich gegenüber Bloomberg zudem über die anstehenden Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten. Auch hier fürchten sie, nicht gegen Falschinformationen vorgehen zu können. Der US-Wahlkampf von vor zwei Jahren war bereits durch massive Fake-News-Kampagnen geprägt, die auf sozialen Medien verbreitet wurden.

Elon Musk verbreitete eine Verschwörungstheorie zuletzt selbst auf Twitter. Dabei ging es um den Angriff auf den Ehemann der US-Spitzenpolitikerin und Oppositionsführerin der Demokraten Nancy Pelosi weiterverbreitet. „Es gibt die winzige Möglichkeit, dass bei dieser Geschichte mehr dahintersteckt“, schrieb der Milliardär in einem mittlerweile gelöschten Tweet. Nutzer verbreiteten zuvor die Theorie, Paul Pelosi sei von einem Callboy angegriffen worden.