München - Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich steht dem FC Bayern München nach einem negativen Corona-Test ab diesem Donnerstag wieder zur Verfügung. Sportvorstand Hasan Salihamidzic sagte am Mittwochabend vor dem Champions-League-Spiel des deutschen Rekordmeisters gegen den FC Barcelona: „Frei getestet ist er, heute Nacht endet seine Quarantäne.“

Nun werde es natürlich Untersuchungen geben. „Ich kenne unseren Jo, der wird natürlich alles geben, um schnell wieder zurückzukommen“, sagte Salihamidzic bei DAZN, „aber wir müssen vernünftig sein.“ Man werde sich mit Trainer Julian Nagelsmann und den Ärzten zusammensetzen und entscheiden, was das Beste sei.

Kimmich löste Impfdebatte aus

Nagelsmann hatte bereits darauf hingewiesen, Kimmich behutsam wieder in das Team zurückführen zu wollen. Er wies in diesem Zusammenhang auf die rund vierwöchige Pause des 26-Jährigen als Kontaktperson und Corona-Infizierter hin.

Die Entscheidung des Fußballers, sich vorerst nicht impfen zu lassen, hatte eine bundesweite Debatte ausgelöst. Der ehemalige Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) appellierte an Kimmich, sich impfen zu lassen. DFB-Ehrenspielführer Philipp Lahm äußerte Unverständnis über Kimmichs Entscheidung.

Auch der neue Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) äußerte sich zur Causa Kimmich. „Der Fall zeigt, wir schwer es ist, ungeimpft heute Covid zu vermeiden.“ In der Gruppe der Ungeimpften liege die Inzidenz weit über 1000, schrieb der SPD-Politiker bei Twitter und warnte zugleich: „Das Risiko ist unbeherrschbar.“

Mehrere noch ungeimpfte Fußballprofis des FC Bayern München müssen einem Bericht der Bild am Sonntag zufolge auf Teile ihres Gehalts verzichten. Demnach sollen die Bayern-Chefs jene vier Spieler, die bisher in Quarantäne mussten, nach einem Gespräch am vorigen Donnerstag von dieser Entscheidung unterrichtet haben. Sie sollen rückwirkend für die Quarantänewoche kein Gehalt bekommen, wie die Zeitung aus dem Mannschaftskreis erfuhr.