Berlin - Tesla-Chef Elon Musk hat sich nach einigen Problemen bei seiner neuer Gigafactory ein Bild vom Baufortschritt in Grünheide bei Berlin gemacht. Zuletzt musste der Produktionsstart von Juli auf Herbst beziehungsweise Ende 2021 verschoben werden. Bei seiner Stippvisite gab der 49-jährige am Montag zunächst keine Stellungnahmen ab. 

Am Rande der Baustelle versammelten sich einige Tesla-Fans. Auf selbstgebastelten Schildern stand „We love the Mission“ (deutsch: Wir lieben die Mission) und „We skipping school for you“ (deutsch: Wir schwänzen die Schule für dich). Tesla-Fan Martin Wrobel aus Hamburg brachte einen lebensgroßen Pappaufsteller von Elon Musk nach Grünheide mit.

Musk kam am Nachmittag zu Fuß mit Schutzhelm auf dem Kopf über eine Zufahrt der Baustelle zu wartenden Tesla-Fans und Journalisten. Er habe die Baustelle besucht, sagte der Tesla-Chef nur. Weitere Fragen beantwortete er nicht. Er signierte den Pappaufsteller und ging anschließend aufs Baugelände zurück.

dpa/Christophe Gateau
Elon Musk signiert den Pappaufsteller eines Tesla-Fans. 

Musk war am Sonntagabend in Deutschland eingetroffen. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium wurde nach eigenen Angaben am vergangenen Freitag über den Besuch des Starunternehmers informiert. Der Zweck dieses Besuchs sei hauptsächlich „technischer Natur“, politische Treffen etwa mit Ministerpräsident Dietmar Woidke oder ihm seien nicht geplant, twitterte Minister Jörg Steinbach (beide SPD). Der Bürgermeister von Grünheide, Arne Christiani, erfuhr vom Besuch des Tesla-Chefs nach eigenen Angaben auch erst über die Medien.

Tesla baut in Grünheide bei Berlin seine erste E-Autofabrik in Europa. Zuletzt war der Tesla-Chef im November letzten Jahres in Brandenburg. Seitdem gab es offenbar einige Probleme. Im April verzögerte sich der Bau der Gigafactory, der Produktionsstart im Juli war somit nicht mehr haltbar. Zudem protestieren einige Umweltschützer gegen den Bau der Fabrik. Sie befürchten negative Folgen für Wasser und Tiere im Umland. Weil die abschließende umweltrechtliche Genehmigung noch fehlt, wird in Grünheide noch in Schritten über vorzeitige Zulassungen gebaut.  Tesla will auch die Errichtung und den Betrieb einer Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen

Im Dezember wurde Musk der „Axel Springer Award“ in Berlin verliehen. Mit der Fertigstellung der Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin werde er mehr Zeit in Deutschland verbringen, hatte Musk bei der Verleihung angekündigt. Die US-Firma will in dem Werk vom kommenden Sommer an bis zu 500.000 Elektroautos pro Jahr bauen.

Tesla-Produktion bei Berlin verzögert sich

Tesla wollte ursprünglich im Juli mit der Herstellung des Kompakt-SUV Model Y in Brandenburg beginnen. Es droht jedoch ein späterer Start: Der Antrag zur Genehmigung des Vorhabens muss laut Landesumweltamt erneut öffentlich ausgelegt werden, weil Tesla eine Batteriefabrik in den bisherigen Antrag einbeziehen will. In Teslas Geschäftsbericht für das erste Quartal hieß es, das Projekt sei auf Kurs, bis Jahresende mit Produktion und Auslieferungen zu beginnen.

Vor einigen Wochen hatte Tesla das Genehmigungsverfahren rund um die Fabrik kritisiert und sich insbesondere unzufrieden damit gezeigt, dass es noch keinen Zeitplan für die Entscheidung über eine endgültige Genehmigung gebe. Bisher baut Tesla auf Basis von vorläufigen Genehmigungen. Umweltverbände und Anwohner befürchten mit der Autofabrik negative Folgen für Wasser und Tiere.