Nach Protestaufruf: Iranische Justiz versiegelt Läden von Fußballstar Ali Daei

Der ehemalige Fußballprofi hatte sich einem Streikaufruf der Protestbewegung im Iran angeschlossen. Nun wurden sein Geschäft und sein Restaurant versiegelt.

Die iranische Fußball-Legende Ali Daei solidarisiert sich mit der Protestbewegung im Land. 
Die iranische Fußball-Legende Ali Daei solidarisiert sich mit der Protestbewegung im Land. AFP/Gabriel Boyus

Die iranische Justiz hat das Juweliergeschäft und das Restaurant von Fußballstar Ali Daei in Teheran versiegelt, weil dieser sich einem Streikaufruf der Protestbewegung angeschlossen hat. „Aufgrund seiner Zusammenarbeit mit konterrevolutionären Gruppen, die im Internet agieren, um den Frieden und den Handel zu stören, wurden Ali Daeis Restaurant und sein Juweliergeschäft versiegelt“, berichtete die Nachrichtenagentur Isna am Montag unter Berufung auf die Justizbehörde.

In Online-Netzwerken war am Montag zu einem dreitägigen Streik aufgerufen worden. Isna zufolge rief Daei im Onlinedienst Instagram dazu auf, sich dem Streik anzuschließen, und schloss seine eigenen Geschäfte.

Solidarität mit Protesten: Ali Daei erhält Drohungen

Der frühere Fußballprofi hatte im November erklärt, er habe Drohungen erhalten, weil er die Proteste nach dem Tod von Mahsa Amini unterstützt habe. Die 22-jährige Kurdin war Mitte September von der Sittenpolizei festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch nicht ordnungsgemäß getragen haben soll, und drei Tage später gestorben. Ihr Tod löste die größte anhaltende Protestwelle im Iran seit Jahrzehnten aus.

Trotz der Einladung durch die Organisatoren entschied sich Daei zudem, nicht als Gast zur WM in Katar zu reisen. Er wolle „bei meinen Landsleuten“ sein und „all jenen mein Mitgefühl ausdrücken, die Angehörige“ während der Proteste verloren hätten, erklärte Daei im November. Wegen seiner Unterstützung der Proteste wurde im Oktober bereits Daeis Pass für einige Tage beschlagnahmt.

Daei war einer der ersten iranischen Fußballspieler, die in einer europäischen Liga antraten. In Deutschland spielte er zunächst für Arminia Bielefeld und den FC Bayern München, bevor er zu Hertha BSC wechselte. Daei schoss während seiner aktiven Karriere 109 Länderspieltore für den Iran – eine Marke, die erst vergangenes Jahr von Portugals Cristiano Ronaldo eingestellt werden konnte.