Berlin - Der Berliner Club Revier Südost hat sich nach Rassismus-Vorwürfen eines Gastes bei diesem entschuldigt – „dafür, dass er sich diskriminiert und unfair behandelt gefühlt hat“, erklärte der Club in einem Instagram-Post. „Niemand, der zu uns kommt, soll mit so einem Gefühl nach Hause gehen.“ Ein Gast hatte ein Video bei Instagram veröffentlicht, in dem er Vorwürfe gegen Mitarbeiter des Clubs in Niederschöneweide erhebt. Diese hätten ihn aufgrund seiner Hautfarbe anders behandelt als weitere Gäste und ihn nur spärlich bekleidet rausgeworfen. Zuvor soll ihn ein Mitarbeiter darauf hingewiesen haben, dass er seine Maske nicht ordentlich getragen habe, was nach Angaben des Gastes nicht der Wahrheit entsprochen habe. Daraufhin sei der Konflikt eskaliert. 

Als er die Türsteher darauf hinwies, noch seinen Rucksack mit seiner Kleidung zu brauchen, sollen diese ihn weiter zur Tür geschoben haben. Die vom Gast angeführten Befürchtungen, auf der Straße rassistisch oder homophob angegriffen zu werden, sollen den Türstehern egal gewesen sein. Das Video wurde mehrfach auf sozialen Medien geteilt, viele solidarisierten sich mit dem Gast.

Das Revier Südost hatte daraufhin alle für das Wochenende geplanten Partys abgesagt und zugesichert, den Vorfall aufzuklären. Die Mitarbeiter hätten die Situation anders beschrieben als der Gast, hieß es nun. Das habe gezeigt, „dass unsere bisherigen Bemühungen zum Thema Awareness (Bewusstsein) nicht ausreichen“. Nun soll es erneut Schulungen geben. Auch ein persönliches Gespräch mit dem Gast mit einer Mediatorin als neutrale Dritte sei vereinbart worden.

Das Revier Südost ist auf dem Gelände der ehemaligen Bärenquell-Brauerei untergebracht. Geleitet wird der Club von den Betreibern der Griessmühle, einem ehemaligen Techno-Club in Neukölln, der im vergangenen Jahr schließen musste. In dem Club gab es Mitte Juni ein Corona-Pilotprojekt.