RBB-Affäre: Schlesinger verliert nächsten Posten

Die ehemalige RBB-Intendantin ist nicht länger Mitglied im Verwaltungsrat des Deutschlandradios.  

Patricia Schlesinger hat ihren nächsten Posten verloren. 
Patricia Schlesinger hat ihren nächsten Posten verloren. dpa/Britta Pedersen

Die ehemalige RBB-Intendantin Patricia Schlesinger ist nicht länger Mitglied des Verwaltungsrats des Deutschlandradios. Ein Sprecher des Gremienbüros teilte dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Samstag mit, dass die Mitgliedschaft von Schlesinger erloschen sei. Den Sitz von Schlesinger werde die Intendantin von Radio Bremen, Yvette Gerner, einnehmen. Der Verwaltungsrat des Deutschlandradios hat zwölf Mitglieder.

Der Sprecher sagte dem epd, die Intendantinnen und Intendanten der ARD hätten Schlesinger am 26. August aus dem Gremium abberufen. Über das Erlöschen der Mitgliedschaft im Falle einer Abberufung aus wichtigem Grund durch die entsendungsberechtigte Stelle entscheide gemäß dem Deutschlandradio-Staatsvertrag der Verwaltungsrat. Das Gremium habe am Mittwoch beschlossen, dass die Mitgliedschaft von Schlesinger erloschen sei.

So setzt sich der Verwaltungsrat des Deutschlandradios zusammen

Dem Verwaltungsrat des Deutschlandradios gehören drei Intendanten der ARD sowie drei Vertreter des ZDF an. Weitere Mitglieder des Gremiums sind unter anderem die ehemalige Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) und die Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund Ana-Maria Trasnea (SPD). Vorsitzender des Verwaltungsrats ist seit März 2019 WDR-Intendant Tom Buhrow.

Der früheren RBB-Intendantin und dem zurückgetretenen RBB-Verwaltungsratsvorsitzenden Wolf-Dieter Wolf werden Vetternwirtschaft und Verschwendung von Beitragseinnahmen vorgeworfen. Gegen Wolf, Schlesinger und Schlesingers Ehemann Gerhard Spörl ermittelt die Generalanwaltschaft Berlin wegen des Verdachts der Untreue und der Vorteilsannahme. Ende August wurde Schlesinger fristlos gekündigt.