Berlin - Nach einer Serie von Rohrbomben-Explosionen in Berlin-Schöneberg ist ein Lehrer zu drei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht der Hauptstadt sprach den 30-Jährigen am Montag des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion, der gefährlichen Körperverletzung, des versuchten Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion in sechs Fällen sowie des Umgangs mit explosionsgefährlichen Stoffen schuldig. Dem Mann, der im Prozess von Freude an Pyrotechnik gesprochen habe, sei klar gewesen, dass sein Handeln gefährlich war, so der Vorsitzende Richter.

Der geständige Lehrer hatte laut Ermittlungen acht selbst gebaute Sprengsätze zwischen Dezember 2020 und Anfang Februar entzündet. Er hatte Rohrbomben aus dem Fenster seiner Wohnung in Berlin-Schöneberg geworfen oder im Innenhof entzündet. In einem Fall hatte ein Sprengsatz, der an einem Verkehrsschild befestigt war, einen Fußgänger leicht verletzt. Bei der Festnahme des Lehrers stellten Polizisten zudem weitere Spreng- und Brandvorrichtungen in seiner Wohnung und in einem Motorroller sicher.

Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn erklärt, er sei schockiert über seine Taten und bitte um Entschuldigung. Aus Begeisterung für Pyrotechnik habe er gehandelt. Er habe damit innere Konflikte und Überforderung zu kompensieren versucht. Menschen habe er nicht verletzen wollen. Die Staatsanwaltschaft hatte vier Jahre Haft verlangt. Der Verteidiger plädierte auf eine Bewährungsstrafe. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.