Tokyo - Der wegen sexistischer Kommentare massiv in die Kritik geratene japanische Olympia-Organisationschef Yoshiro Mori wird einem Medienbericht zufolge zurücktreten. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo berichtete am Donnerstag unter Berufung auf informierte Kreise. Der 83 Jahre alte Ex-Regierungschef Mori hatte bei einer Online-Vorstandssitzung des OK der Sommerspiele zur geplanten Verdoppelung der Frauenquote in Führungsgremien der Sportverbände auf 40 Prozent erklärt, Frauen redeten viel, weshalb Vorstandssitzungen Zeit in Anspruch nähmen.

Mori hatte sich entschuldigt, doch riss der Sturm der Entrüstung nicht ab. Wie die Sportschau berichtete, hatte eine Online-Petition gegen Mori rund 14.000 Unterschriften. Zudem traten rund 400 Freiwillige, die sich für die Spiele gemeldet hatten, zurück.

Für diesen Freitag hat das OK in Tokio eine Sondersitzung einberufen. Die Sommerspiele in Tokio sollen in weniger als sechs Monaten starten. Dies ist sowohl bei Sportlern als auch bei der japanischen Bevölkerung umstritten. Nach Umfragen der japanischen Rundfunkgesellschaft wollen nur 27 Prozent Olympia unterstützen.