Berlin - Nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen ab zwölf sind in mehreren Bundesländern spezielle Impfaktionen für diese Altersgruppe angelaufen – oder in Planung. So werden unter anderem mobile Impfteams an Schulen geschickt, zudem sind in manchen Bundesländern „Familienimpftage“ in Impfzentren, Freizeiteinrichtungen oder Tierparks geplant.

Gesundheitssenatorin schickte Brief mit Impf-Aufruf an Schüler

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA ließ den Impfstoff von Biontech für Kinder ab zwölf bereits im Mai zu. Inzwischen ist auch das Präparat von Moderna für diese Altersgruppe zugelassen. Laut Robert Koch-Institut ist rund jeder Vierte 12- bis 17-Jährige bereits einmal geimpft. Vollständig geimpft sind 15,5 Prozent. Die allgemeine Empfehlung der Stiko für die Impfung dieser Altersgruppe könnte für einen Nachfrageschub sorgen. 

Berlin setzt bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen vor allem auf die Impfzentren und Arztpraxen. Impfaktionen an Schulen mit mobilen Teams gab und gibt es nur an Oberstufenzentren, in denen ältere Schüler berufsorientiert lernen. Mobile Impfteams auch an anderen Schulen sind bislang nicht geplant. Ein Idee ist, ältere Schüler von weiterführenden Schulen per Shuttle von der Schule ins Impfzentrum zu fahren. Um von den Vorteilen der Impfung zu überzeugen, hatte Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) einen Brief an 180.000 Schüler geschickt – noch vor der Stiko-Empfehlung. Die Aktion kam nicht bei allen Eltern gut an.

Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern haben mit den Impfungen an Schulen am Dienstag begonnen. Die Regierung in Bayern lehnt solche Impfaktionen ab. Stattdessen wird der Fokus auf Hausärzte und Impfzentren gelegt. Baden-Württemberg plant bis Ende September mehr als 200 Impfaktionen etwa in Baumärkten und Stadtteilen, aber auch in Schulen. In Sachsen gab es bereits spezielle Angebote für Familien durch mobile Impfteams, etwa vor Vergnügungsparks – die sächsische Impfkommission hatte die Impfung ab 12 schon seit 1. August empfohlen. Zudem gibt es „Familienimpftage“ in den Impfzentren. In Freizeitzentren und Tierparks sind weitere Aktionen geplant.