Christoph Unger.
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BerlinDie Probleme und Fehler am bundesweiten Warntag ziehen jetzt offenbar Konsequenzen nach sich. Bundesinnenminister Horst Seehofer soll beschlossen haben, dass der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Christoph Unger, von seinen Aufgaben entbunden werden soll, wie das rbb-Inforadio berichtet.

Am Warntag hatte es technische Komplikationen gegeben: Der Alarm erreichte die Smartphones der Bürger erst mit einer halbstündigen Verspätung. Bei einem Ernstfall wäre die Bevölkerung zu spät informiert gewesen. Das Bundesinnenministerium sprach anschließend von einem „Fehlschlag“ und dass „die Vorgänge jetzt umfassend aufgearbeitet werden“ würden. 

Unger verteidigt sich

Unger selbst suchte den Fehler für die Dysfunktion der Warn-App im Radioprogramm SWR Aktuell bei den Leitstellen: „Sie haben sich nicht an die Absprachen gehalten.“ Laut Vereinbarung sollte das Bundesamt die Apps alleine von Bonn aus steuern. Fast zeitgleich wurden demnach aber rund 30 andere Warnmeldungen rausgegeben. „Das hat das System nicht verkraftet“, sagte Unger, der seit 2004 Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe ist.